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Erich Kästner Museumsfestival / Kommunik@estner - Von der Brieffreundschaft zur Weltvernetzung

 

Erich Kästner war nahezu Zeit seines Lebens ein vielseitiger Kommunikator. Er hinterließ ein breites Repertoire an Briefen, in denen es durchaus neue Ansichten der Person Erich Kästner zu entdecken gibt. Es handelt sich dabei um Liebes- und Freundschaftsbriefe, Geschäftskorrespondenz, Selbstkommentare, Leserpost, literarische und politische Urteile, Erinnerungen, Äußerungen des transkulturell tätigen P.E.N.-Funktionärs – um Privates und Strategisches gleichermaßen. Als Journalist und Autor von Gebrauchsliteratur setze Kästner gekonnt Paratexte aller Couleur ein, um seinen Lesern eine barrierefreie Lektüre zu ermöglichen und sich poetologisch im literarischen Feld zu positionieren. Viele seiner Werke entstanden in belebten Cafés, die er benutzte, wie andere Leute ein Büro. Kästner war in allen literarischen Genres zu Hause und erprobte die medialen Möglichkeiten seiner Zeit, wie kaum ein anderer Autor. Hochprofessionell vermittelte der auf diese Weise die eigenen Texte und Botschaften, aber auch Schlüsselwerke geschätzter Kollegen, einige übersetze er aus dem Englischen. Eine besondere Adressatengruppe Erich Kästners waren die Kinder. Für sie und mit ihnen wollte er eine bessere Welt gestalten. Dabei war der Großstädter Kästner zeitlebens fasziniert von all den technischen Neuerungen des modernen Lebens. Reklame, Verkehr, Telefon, Radio und Film, später das Fernsehen, sind wie bei keinem anderen Kinderbuchautor seiner Zeit konstitutiv für seine Geschichten. Was der Schöpfer von „Elektropolis“, der automatischen Stadt aus „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ wohl zu den sozialen Netzwerken, zu Big Data, dem Internet der Dinge und Elektromobilität zu sagen hätte? Vermutlich würde er mit Neugierde und Wachsamkeit auf die fortschreitende Digitalisierung unserer Lebenswelt blicken, einen Twitter Account besitzen und wahrscheinlich auch ein iPad.

quelle villa augustin