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Veranstaltungen |

DRESDNER REDEN

 

Dresdner Reden 2017

29. Januar, 5., 12. und 19. Februar 2017 | Schauspielhaus
In Kooperation mit der Sächsischen Zeitung

Die traditionsreiche Reihe der Dresdner Reden in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung wird auch 2017 fortgesetzt! Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Literatur sind eingeladen, mit unserem Publikum über welthaltige Themen nachzudenken und zu diskutieren. 

Den Anfang unserer diesjährigen Dresdner Reden macht der Schriftsteller Ilija Trojanow mit seiner Rede „Nach der Flucht – Gedanken über das restliche Leben“ am 29. 1. 2017. Flüchtlinge werden hierzulande meist als Objekt betrachtet. Als ein Problem, das gelöst werden muss. Als Zahl. Als Kostenpunkt. Als Punkt. Der Geflüchtete ist eine eigene Kategorie Mensch. Wie erlebt er seine eigene Existenz? Und was kommt nach der Flucht? Sie wirkt fort, ein Leben lang. Unabhängig von individuellen Prägungen, unabhängig davon, ob man sich integriert, assimiliert oder außen vor bleibt. In einer Mischung aus auto­biografischen Erfahrungen, Beobachtungen und philosophischen Reflexionen umkreist der Vortrag die facettenreichen Zumutungen und Chancen eines Neuanfangs, der an die Vergangenheit gekettet ist. Ilija Trojanows Roman „Der Weltensammler“ wurde im August am  Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt.

Der Essayist und Dramatiker Lukas Bärfuss, der zweite Dresdner Redner, stellt mit seiner Rede „Am Ende der Sprache“ am 5. 2. 2017 die derzeitigen Kommunikationsverwirrungen in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Er durchleuchtet, in Bezugnahme auf Dramatiker wie Ödön von Horváth, William Shakespeare u. a., inwiefern die Phasen der Verunsicherungen auch sprachliche Verunsicherungen hervorbringen – bis nichts mehr bleibt außer der totalen Sprachlosigkeit: „Der Rest ist Schweigen.“ Denn die Krise, von der überall gesprochen wird, ist auch eine Krise der Begriffe. Jede Sprache bezieht sich auf eine zwischenmenschliche Situation, nur durch sie kann sie verstanden werden. In einer Gesellschaft, die sich partikularisiert, zersplittert auch die Sprache. Doch dabei verliert sie ihre Tauglichkeit, Erfahrungen zu transportieren, sie kommt an ihr Ende. Lukas Bärfuss lebt in Zürich. In diesem Frühjahr erscheint sein neuer Roman „Hagard“ im Wallstein Verlag. Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Die Dresdner Reden werden fortgesetzt mit der israelischen Soziologin und Schrifstellerin Eva Illouz am 12. 2. 2017 und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Brandenburgs und Vorstandsvorsitzenden des deutsch-russischen Forums Matthias Platzeck am 19. 2. 2017.

quelle: staatsschauspiel dresden