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100 Jahre Wendt & Kühn – Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung im Jägerhof - SKD | Alle Veranstaltungen

 

100 Jahre Wendt & Kühn. Dresdner Moderne aus dem Erzgebirge

20. Juni bis 15. November 2015
Ausstellungsort: Museum für Sächsische Volkskunst, Jägerhof, Köpckestraße 1
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
 
Was haben die inzwischen auf der ganzen Welt beliebten musizierenden Engel mit der Moderne zu tun? Scheinen sie nicht das Gegenteil zu repräsentieren: die idyllische Welt der kindlichen Naivität?
Aber ist nicht genau dieser ausdrücklich „kindlich unverstellte Blick“ eine bewusste Errungenschaft der Moderne? Er wurde gelehrt in der Kunstgewerbeschule Dresden zu einer Zeit, als in der Abkehr vom Historismus neue künstlerische Wege gesucht und gefunden wurden. Auf dem Höhepunkt dieses Diskurses begannen zwei junge Frauen, Margarete Wendt und Margarete Kühn, ihr Studium der Gestaltung in der ersten Damenklasse der gerade erheblich erweiterten Kunstgewerbeschule Dresden. Hier legten sie den Grundstock für ihren weltweiten Erfolg.
Die Ausstellung verfolgt ihre Vorausbildung unter den Geschwistern Kleinhempel, ihr Studium bei Margarete Junge, ihre Mitschülerinnen und Kollegen, die früh geknüpften Verbindungen zu den Deutschen Werkstätten Hellerau, zum Werkbund und zum neu gegründeten Verein Sächsischer Heimatschutz.
Bisher unveröffentlichte Dokumente, Zeichnungen und Figuren aus der Frühzeit der Firma belegen die künstlerische Breite der Entwurfstätigkeit von Margarete Wendt und Margarete Kühn in der Anfangsphase, die von Grabkreuzen über Kleinmöbel, Puppenhäuser und Reformspielsachen bis hin zu Rauchutensilien und »Tändelkram« für die moderne junge Frau reichte. Erst nach und nach entwickelten sich die markanten Kinder-, Engel- und Weihnachtsfiguren zum erfolgreichen bis heute tragenden Markenzeichen von Wendt & Kühn.
Die Ausstellung zum 100-jährigen Firmenjubiläum basiert auf einer mehrjährigen Forschungsarbeit in den noch heute produktiv genutzten Archiven von Wendt & Kühn. 
 
 
Quelle Staatliche Kunstsammlungen Dresden