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9. Sinfonisches Bläserkonzert – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Johann Sebastian Bachs Gesamtwerk überstrahlt in seiner geistigen Komplexität, seiner formalen Unvergleichlichkeit und musikalischen Vielseitigkeit die Jahrhunderte. Er hat die Sprache der Musik auf eine universale Höhe gehoben, deren überpersönliche Gültigkeit zeitlos und über alle weiteren künstlerischen und gesellschaftlichen Entwicklungen hinweg im tiefsten Wortverständnis »begreifbar« bleibt. Seine Toccata und Fuge in d-Moll ist sicherlich das bekannteste Orgelwerk der gesamten europäischen Musikgeschichte. Das Werk ist unzählige Male für nahezu alle Instrumentalbesetzungen bearbeitet worden. In einer kongenialen Adaptation für großes sinfonisches Blasorchester hat Siegmund Goldhammer dieses Werk ungemein farbenreich instrumentiert.

Peter Michael Braun studierte Komposition in Köln und Detmold. Studienaufenthalte führten ihn nach Rom und Paris und im Auftrag des Goethe-Instituts für längere Zeit nach Asien. Von 1978 – 2001 lehrte er Komposition an der Mannheimer Musikhochschule. Braun bezeichnet seine Tonsprache selbst als »freitonal«. Der »Weimarer Walzer« ist Teil eines Musikdramas über Johann Wolfgang von Goethe und das Leben am Weimarer Hof. Für sein Sujet bezog sich der Komponist auf »Dichtung und Wahrheit«. Der Walzer schildert Ballszenen am Herzoglichen Hof, die zu erheiternden Verwicklungen führen.
Der in Köln geborene Max Bruch erhielt seinen ersten musikalischen Unterricht bei seiner Mutter, die eine außerordentlich geschätzte Musiklehrerin und Sängerin war. Sie erkannte auch die eminente Begabung ihres Sohnes und sorgte dafür, dass er frühzeitig eine professionelle Förderung erfuhr. Bruchs Kompositionen zeichnen sich durch harmonischen Reichtum, formale und technische Sicherheit und einen ausgeprägten Sinn für beinahe volkstümliche Sanglichkeit aus. Er könnte als »konservativer Romantiker« bezeichnet werden. »Kol Nidrei« liegen zwei hebräische Melodien zugrunde. Zu Beginn verarbeitet Bruch einen alten Bußgesang, der am Anfang des höchsten jüdischen Festes, des Jom Kippur, erklingt; als zweites Thema nutzt er den englisch-jüdischen Song »Oh Weep for Those that Wept on Babel’s Stream«, den Bruch in seiner Liverpooler Zeit in der jüdischen Gemeinde kennengelernt hatte. Pathos und Demut in der Anbetung jüdischer Gemeinden finden bei dieser Komposition zu einer eindrucksvollen Symbiose. In der Bearbeitung von Siegmund Goldhammer bietet dieses Werk eine große Bereicherung der sinfonischen Bläserliteratur.
Die Bläserphilharmonie freut sich sehr, dass der Cellist der Sächsischen Staatskapelle Dresden Titus Maack den Solopart übernommen hat.