Gesprächsrunde |

„9841“ zur Erinnerung an Johann Rukeli Trollmann ZEITZEUGENGESPRÄCH – HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste | Alle Veranstaltungen

 

„9841“ zur Erinnerung an Johann Rukeli Trollmann - ZEITZEUGENGESPRÄCH

ZEITZEUGENGESPRÄCH & GESPRÄCH mit Wolfgang Trollmann (angefragt) und Alekos Hofstetter, Florian Göpfert und Christian Steuer (Künstlergruppe NURR)
Lange Zeit unsichtbar war das Schicksal von Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann. Ein Ausnahmetalent des deutschen Boxsports, ein Frauenschwarm, der, so erzählt man sich, noch während des Kampfes mit seinen Verehrerinnen in den ersten Reihen scherzte. Ein Star, dessen spektakulärer Stil von seinem Publikum bewundert wurde und an dem niemand im deutschen Boxsport vorbei kam. Und dem aufgrund seiner sinto-deutschen Wurzeln als „tanzendem, undeutsch boxendem Zigeuner“ im Nationalsozialismus Erfolg und sozialer Aufstieg verwehrt wurden. Stigmatisiert und entrechtet verlor er schrittweise seine Existenzgrundlage, wurde 1938 verhaftet und später zur Wehrmacht eingezogen. 9841 – vier Ziffern besiegelten im Jahr 1942 endgültig den Untergang von Johann Trollmann. Es war die Häftlingsnummer, die er nach seiner Verschleppung im KZ Neuengamme erhielt. 1944 wurde er im KZ Wittenberge ermordet. 9841 ist auch der Titel der Installation, mit der die BEWEGUNG NURR 2010 dem Deutschen Meister im Halbschwergewicht (1933) ein Denkmal setzte.
Sein Neffe, Wolfgang Trollmann, wird den Onkel Rukeli berichten. Wolfgang Trollmann engagiert sich vielfältig, um die Erinnerung an den Onkel wach zu halten. Dazu gehören neben Gesprächen auch die Aktivitäten des Vereins Rukeli Trollmann e.V.. Hier werden unter anderem Jugendprojekte durchgeführt.den geliebten Vater Gustav Franz, der im Konzentrationslager Mauthausen an den Folgen von Misshandlungen starb.
 
Quelle: Festspielhaus Hellerau