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AIDS – nach einer wahren Begebenheit Bilder – Medien – Kunst – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Warum ist AIDS heute nahezu aus den Schlagzeilen verschwunden? Denn auch wenn die Diagnose „HIV-postiv“ aufgrund der modernen Antiretroviral-Therapie inzwischen kein unmittelbares Todesurteil mehr bedeuten muss - eine wirkliche Heilung dieser Krankheit ist derzeit nicht in Sicht. Trotz intensiver Aufklärungskampagnen ist die HIV-Infektionsrate mit geschätzten 2,1 Millionen Betroffenen noch immer hoch - und das nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent, sondern auch im Westen. Nach Schätzungen der WHO leben heute weltweit 34 Millionen Menschen mit HIV/AIDS, in Deutschland sind es 78.000. Im Jahr 2013 starben 1,5 Millionen Menschen an AIDS, und seit Beginn der Epidemie 1981 sind 36 Millionen Tote zu beklagen. Diese wenigen Zahlen belegen, dass sich die Notwendigkeit einer individuellen und gesellschaftlichen Beschäftigung mit AIDS keineswegs erledigt hat. 

Ausgangspunkt der neuen Sonderausstellung AIDS - Nach einer wahren Begebenheit ist die weltweit einzigartige Sammlung von rund 10.000 internationalen AIDS-Plakaten aus 147 Ländern, die in ihrer Komplexität noch nie zu sehen war. Die Ausstellung stellt rund 240 dieser Plakate anderen Zeitdokumenten gegenüber, darunter zeitgenössische Kunstwerke, Werbung, Filme, TV-Talkshows und weitere Medien der Popkultur. Durch diese multimediale Kontextualisierung wird deutlich, dass AIDS seit seinem Auftreten Anfang der 1980er Jahre noch etwas anderes war, als eine tödlich verlaufende Krankheit. Denn das Sprechen über AIDS berührt immer auch unsere Einstellungen gegenüber bestimmten Lebensentwürfen und führt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Fragen von Sexualität und Tod, von Schuld und Scham, von Eigenverantwortung, Fürsorge und Toleranz. Die Ausstellung weist nach, wie sich parallel zur Verbreitung des HI-Virus mit der Kommunikation über AIDS eine weitere „Epidemie" entwickelt hat, mit der sich unterschiedliche Positionen und Symbole zu diesen Themen ausgebreitet haben. Der bildkritische kuratorische Ansatz verfolgt die Kontinuitäten und Veränderungen dieser Motive und Zeichen bis in unsere Gegenwart. 
Quelle: DHMD