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AKKORDEONALE 2016 – Dreikönigskirche Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Mehr oder we­ni­ger lie­be­voll ti­tu­liert als Quetsch­kom­mo­de, Schif­fer­kla­vier, Schwei­ne­or­gel, Bla­se­balg der Höl­le o­der asth­ma­ti­scher Wurm, be­sitzt das Ak­kor­de­on min­des­tens e­ben­so­viel Charme wie Na­men. Und ob­wohl vie­le das Instrument lieben, es selbst spielen oder eins auf dem Dachboden ste­hen ha­ben, wis­sen die we­nigs­ten Leu­te von der wil­den Kar­ri­e­re und dem welt­wei­ten Ein­fluss die­ser ei­gen­wil­li­gen Wun­der­kis­te. Wie kaum ein zwei­tes Ins­tru­ment hat sich das ver­gleichs­wei­se jun­ge Ak­kor­de­on (er­fun­den 1829) in ei­ner a­tem­be­rau­ben­den Ge­schwin­dig­keit ü­ber Lan­des- und Kon­ti­nen­tal­gren­zen hin­weg ver­brei­tet.

Mas­sen­wei­se ex­portiert in die Ko­lo­ni­en o­der im Hand­ge­päck ein­ge­schleppt von E­mi­gran­ten schuf es sich ei­nen nicht mehr weg­zu­den­ken­den Platz in der Mu­sik der gan­zen Welt. Ei­gent­lich kann man nicht von dem Ak­kor­de­on spre­chen, da das Ins­tr­ument im­mer wie­der um­ge­baut, ver­än­dert, ver­fei­nert und an die lo­ka­len Be­dürf­nis­se an­ge­passt wur­de – da­raus ent­stan­den ver­schie­de­ne Ins­tru­men­ten­ty­pen, die sich durch un­ter­schied­li­che Sys­te­me, Grös­sen, Form, Ton­um­fang und Spiel­tech­nik un­ter­schei­den.

Das Image des oft belächelten und in unserer modernen Zeit eher als uncool geltenden Instruments wurde in den letzten Jahren kräftig aufpoliert. Seine Popularität und Vielseitigkeit zeigt sich durch alle Musiksparten: nicht nur in der Volksmusik oder im Folk, auch in Rock, Pop, Klassik und Jazz ist es mittlerweile selbstverständlich zu Hause — sogar der Rap hat es für sich entdeckt. Die Akkordeonale mischt hier kräftig mit und wirft Schlaglichter auf die musikalische Entfaltung eines Weltbürgers unter den Instrumenten quer durch sämtliche Kulturen und Stilarten.
Quelle: MZDW