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Alle meine Söhne – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

 

Alle meine Söhne (von Arthur Miller)

Auf den ersten Blick scheint alles perfekt: Joe Keller ist ein gemachter Mann. Sein Unternehmen prosperiert, und zusammen mit seiner Familie genießt er ein Leben in Wohlstand. Unter der Oberfläche indes brodelt es: Die Firma hat der Air Force während des Krieges defekte Materialien geliefert. Zudem glaubt Kate, Kellers Frau, noch immer an die Rückkehr ihres Sohnes Larry aus dem Krieg. Chris wiederum, der Zweitgeborene, ist von Larrys Tod überzeugt und will Ann heiraten; sie war einst die Verlobte seines Bruders. Als Ann sich für einen Besuch ankündigt, kommt die vermeintliche Familienidylle ins Wanken.
Kriege hinterlassen tiefe Wunden – über Generationen hinweg. Sie brennen sich ein in unser kollektives Gedächtnis. So auch in Arthur Millers 1947 erschienem Drama „Alle meine Söhne“. In moralischem Grundton rechnet Miller mit den Kriegsprofiteuren ab, die sich ihrer Verantwortung ­gegenüber der nachfolgenden Generation zu entziehen suchen. Hinter der Fassade der Normalität lauert der Tod der Söhne und die Schande der Väter. Die Frage des Sohnes Chris an seinen Vater „Wie konntest du das tun?“ wird zur Generationenfrage, die sich nicht nur in der Familientragödie der Kellers widerspiegelt.
Regie führt Sandra Strunz, die am Staatsschauspiel Dresden schon Dirk Lauckes „Für alle reicht es nicht“, Büchners „Woyzeck“, die Bürgerbühnen-Produktion „Die Zärtlichkeit der Russen“ sowie zuletzt „Emilia Galotti“ auf die Bühne brachte.