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Alles ruhig, alles vorteilhaft – HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste | Alle Veranstaltungen

 

Alles ruhig, alles vorteilhaft

Kuratiert von Paula Borghi

PROJETO BRASIL versteht sich als eine kritische Auseinandersetzung mit brasilianischer Alltagskultur und Widerstandskultur, als Reflexion, als Übung für eigenes Handeln und eigene Perspektivwechsel. Die Aneignung, Transformation und Neudefinition öffentlicher Akte, Räume und Territorien steht im Mittelpunkt der Arbeiten bildender Künstler in der von der brasilianischen Kuratorin Paula Borghi konzipierten Ausstellung. Die Künstler beschäftigen sich mit urbanen Themen sowie mit Tropikalismus und Natur. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Humor, Sarkasmus, Gewalt und Schönheit und Stille. Eine Dichotomie zwischen explosiver Natur und ihrer Verrottung. 

Daniel Lie, ein junger Künstler aus São Paulo, macht Installationen und Objekte, in deren Mittelpunkt tropische Früchte und Pflanzen stehen. Diese verfaulen während der Ausstellung und markieren das Vergehen von Zeit, eines von Lies Hauptthemen. Das Kunstkollektiv Opavivará aus Rio und São Paulo setzt sich seit 2005 mit öffentlichen und privaten Räumen auseinander. Die Gruppe ist sowohl an öffentlichen Plätzen als auch in Galerien und Kulturinstitutionen mit ihren performativen Installationen präsent, die sich immer mit der Umdeutung von Räumen und ihren zugeschriebenen Funktionen auseinandersetzen. In HELLERAU bauen sie im Golgi Park ihre Installation Formosa Decelerator als Get-together auf: 16 Hängematten und viele Teesorten laden zum Verweilen ein. Mauricio Dias (Rio) und Walter Riedweg (Luzern) untersuchen in ihren Arbeiten immer wieder „das Andere“, indem sie visuelle Kunst und Performance vermischen. Ihre Arbeiten analysieren und hinterfragen die Machtbeziehungen, Konflikte und Spannungen in unserer Gesellschaft. Sie sind auf allen wichtigen Kunstbiennalen präsent. Yuri Tripodi aus Salvador bewegt sich in seinen Arbeiten zwischen Performance, Musik, Mode und Video. In seiner Videoarbeit Bikini Quadradão setzt er sich humorvoll mit gängigen Rollenzuweisungen und Klischeebildern am Strand der Copacabana auseinander. Leo Ayres aus Rio macht neben Collagen auch Installationen, wobei er bestimmte Materialien aus ihrem Kontext nimmt und sie neu zusammensetzt. So auch in der präsentierten Skulptur Untitled. Die Arbeiten von Fabiana Faleiros aus Pelotas oszillieren zwischen Performance im öffentlichen Raum, Musik, Video und Text. Seit 2012 entwickelt sie ihr Projekt Lady incentivo, deren Videos in der Ausstellung präsentiert werden.

quelle hellerau.org