Kultur
Kalender
Dresden
und
Umgebung
21 Freitag
Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa. So.
26 27 28 29 30 01 02
03 04 05 06 07 08 09
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 01 02 03 04 05 06
Schauspiel |

Baumeister Solness – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Baumeister Solness

nach Henrik Ibsen | Sondergastspiel der Volksbühne Berlin | Regie: Frank Castorf 

Die Beschäftigung mit dem norwegischen Psychogrammatiker Henrik Ibsen ist eine wichtige Konstante im Regieleben von Frank Castorf. Sie spannt einen Bogen über zwei politische Systeme, über das Theater in Ost und West hinweg. Auf die eine ganz bestimmte Ästhetik prägende „Nora“ (1985 Anklam) folgte „Volksfeind“ (1988 Karl-Marx-Stadt), „John Gabriel Borkman“ (1990 Deutsches Theater Berlin) und „Die Frau vom Meer“ (1993 Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz). Mit der Umsetzung von „Baumeister Solness“ greift Frank Castorf nun den Themen-Kosmos Ibsens wieder auf; verhandelt wird die Existenz zwischen Genialität und Durchschnittlichem, zwischen Widerstand und Konformität, zwischen Wende und Konsensverbleib und immer wieder auch das Baumeisterreich, das die nächste Generation beansprucht. 

„Was mich und was auch Ibsen interessiert, was von moralisch-ethischer Kontinuität ist: Wie lange bleiben Leute bei der Stange und sagen, wir unterstützen dich, wir sind solidarisch? Und wann kommt etwas, was diese Kontinuität außer Kraft setzt? Also eine Geschichte des Opportunismus. Und die ist schwer durchschaubar. Die kann man nicht mit einfachen Formen, auch nicht mit Mitteln der Satire oder der Groteske darlegen, wie man das aus bestimmten Stücken von Bulgakow, von Majakowski kennt - die Figur des Umfallers aus Berechnung. Das darzustellen, ist ein ganz interessanter Punkt: wie der Opportunismus funktioniert. Wie manchmal Leute ins Entgegengesetzte von dem fallen, was sie noch vor einer Stunde gesagt haben. Das ist ja wie im Zeitraffer; im Stück sind es Tage, im Leben sind es manchmal Jahre, in bestimmten historischen Abschnitten auch Jahrzehnte. Das war, was mich anfangs an Ibsen interessiert hat. Auch an anderen Stücken, die ich bisher gemacht habe, und dieses Thema zum Gegenstand haben.“ (Frank Castorf, 1988 im Gespräch mit Stefan Frohmader).

Dauer der Aufführung: 4 Stunden, eine Pause

Quelle: staatsschauspiel-dresden