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"Beethoven ohne Musik" – Palais im Großen Garten Dresden | Alle Veranstaltungen

 

… Ein Orchester schwebt im leeren Raum. Die Musiker, wie Geister, stimmen ihre Instrumente. Beethoven steht und lauscht. Bläser und Streicher setzen ihre Instrumente an. Ein Dirigent gibt den Einsatz. Beethoven hört - nichts. Ihn packt die Angst und er beginnt zu laufen. Er läuft und läuft und springt in das kühle Wasser eines Sees. Unter ihm ranken Wasserpflanzen, über ihm stehen die Sterne im Samtblau des Nachthimmels. Er spürt seinen Herzschlag und hört in seinem Kopf die ersten Töne einer großen Sinfonie ... Der junge Beethoven war noch keine dreißig Jahre alt, da machten sich die ersten Anzeichen eines chronischen Gehörleidens bemerkbar, das sein Leben und auch seine Karriere beeinflusste. Er komponierte immer utopischere Musik, konnte sie aber selbst nicht mehr hören – er litt entsetzlich unter diesem Verlust und seiner sozialen Isolation. Aber der Schmerz und das Anderssein befähigten ihn auch, eine Musik zu komponieren, die ein Stück Menschheitsgeschichte geworden ist. Nach Faust ohne Worte inszeniert Theaterdirektor und Regisseur Tom Quaas Beethovens Leben und die Geschichte seiner zunehmenden Ertaubung als tief traurige Komödie. Er bedient sich der Mittel des Illusionstheaters und verzichtet dabei nur auf eins: Musik. Zusammen mit einem Ensemble von Schauspielern, Tänzern, Pantomimen und Clowns macht er sich auf die Suche nach einer visuellen Übersetzung für das, was Musik bedeuten könnte für den tauben Beethoven, für Menschen, die noch niemals etwas gehört haben, und für jeden Einzelnen von uns. Helmut Oehring, Komponist und Sohn gehörloser Eltern, erarbeitete für die Neuinszenierung des Theaterzirkus Dresden eine Komposition ohne Musik, eine Art Klangverdichtung für eine Szene der Inszenierung.