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„Biestmilch“ – Dresdner Buchpremiere – Literaturhaus - Villa Augustin Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Woher kommen wir? Was macht uns aus? In ihrem neuen Gedichtband „Biestmilch“(2016) geht Kerstin Becker genau diesen Fragen nach – und bleibt vor allem beimThema Kindheit hängen. Nichts Schöneres gab es doch früher als sich auf Omas Dachboden zu verstecken oder zur großen Freude der Eltern rabenschwarz aus dem Kohlenkeller wiederzukommen. Aber es sind nicht nur die Orte der Kindheit, die Becker in Lyrik verwandelt. Sie widmet sich auch den menschlichen Sinnen, dem Schmerz, der Lust. Ja, sie geht sogar noch weiter und lässt die scheinbar klaren Grenzen zwischen Mensch und Tier, zwischen Härte und Liebe, zwischen modernen und vormodernen Zeiten verschwinden. Somit verschmelzen auch die Erfahrungen dreier Nachkriegsgenerationen zu einem poetischen Gesamtwerk.

Beckers Gedichte sind schonungslos und direkt. Sie beschönigen nichts und haben deshalb eine enorm starke Aussagekraft. Auf der anderen Seite verwendet die Dichterin eine sinnliche und klangintensive Sprache, die die Kunst der Poesie zeigt. Dadurch entsteht eine grenzüberschreitende Vermischung des natürlich-realen und des künstlerisch-kreativen Bereichs.

quelle riesa efau