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„Bunt - Expressionismus und grenzüberschreitende Avantgarde, aus der Sammlung S. Karol Kubicki – Kraszewski-Museum | Alle Veranstaltungen

 

Bunt - Rebellion im Kraszewski-Museum

Im Zentrum der Ausstellung stehen Grafiken und Zeichnungen der Künstlervereinigung Bunt (poln. Revolte), die noch während des Ersten Weltkriegs im April 1918 in Poznań / Posen erstmals in Erscheinung trat. Der bewusst doppeldeutige, da in zwei Sprachen verständliche Name spiegelte ihr radikales expressionistisches Programm wider, für das auch das Motiv des Turmbaus zu Babel auf dem Plakat der ersten Gruppenschau stand. Das zweisprachig gestaltete Plakat richtete sich als pazifistischer Aufruf zur Versöhnung sowohl an die polnische als auch die deutsche Bevölkerung der Stadt.

Nicht ohne Grund, denn auch die Zusammensetzung der Gruppe war international. Einzige Frau unter den sieben Mitgliedern war Margarete Kubicka, eine Deutsche. Sie war verantwortlich für die Organisation der zweiten Gruppenausstellung in Berlin, die im Juni 1918 eröffnet wurde. Franz Pfemfert nahm diese zum Anlass, eine Sondernummer der Zeitschrift Die Aktion zu veröffentlichen. Es folgten weitere Ausstellungen und Publikationen in Galerien und Zeitschriften, u. a. Der Sturm. Letzter gemeinsamer Gruppenauftritt war die von Stanisław Kubicki organisierte Internationale Ausstellung revolutionärer Künstler in Berlin im Jahr 1922.

Die Ausstellung im Kraszewski-Museum wird ergänzt durch Werke zeitgenössischer Kunst. Das Logo von Andrzej Bobrowski zeigt ähnlich wie die Gruppenprojekte Refleks (Reflex, 2014-2015) und Ulotka (Flyer, 2015) und Ich 7 (Sie 7), die stilistische und programmatische Inspiration durch Bunt im gegenwärtigen Kunstschaffen. Neben grafischen Arbeiten sind Kunstfilme und die Installation Przenikanie (In-Einander-Greifen) zu sehen, die erstmals in Dresden präsentiert wird: Karolina Ludwiczak und Marcin Stachowiak beziehen sich in ihrer Arbeit auf die Bunt-Mitglieder Margarete und Stanisław Kubicki, die einen intensiven Kontakt zum Kreis der Berliner und Zürcher Dadaisten pflegten. Außerdem werden dokumentarische Fotografien präsentiert, die den historischen Kontext der grenzübergreifenden Wirkung von Bunt verdeutlichen.

Dazu zählen auch die Verbindungen mit Künstlern aus Dresden, vor allem mit Mitgliedern der Dresdner Sezession: Otto Dix, Conrad Felixmüller, Henryk Barciński und Otto Krischer. Die international gezeigte Ausstellung ‚Bunt’ – Expressionismus – Grenzübergreifende Avantgarde würdigt die Schenkung von Kunstwerken aus der Berliner Sammlung von Prof. St. Karol Kubicki – Sohn der deutsch-polnischen Avantgardekünstler Margarete und Stanisław Kubicki – an das Nationalmuseum in Poznań / Posen und an das Leon-Wyczółkowski-Kreismuseum in Bydgoszcz / Bromberg, wo sie bereits gezeigt wurde. Nächster Ausstellungsort wird Wrocław / Breslau sein – ebenfalls ein wichtiges Zentrum des Expressionismus.

Dr. Lidia Głuchowska

Quelle: Kraszewski-Museum