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Chakuza – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Chakuza

Chakuza ist erleichtert. Erleichtert darüber, dass er endlich seinen Sound gefunden hat. Erleichtert darüber, dass er endlich seine Dämonen im Griff hat, endlich mal glücklich und nicht mehr ständig wütend ist. Genau darum geht es auf Chakuzas sechstem Soloalbum »Noah«. Trotzdem muss Chak nicht gleich vom Cover lächeln. Aber der Reihe nach.

Um an den Punkt der Erleichterung zu kommen, war zunächst ein Abschied notwendig: Chakuzas einstiger Lebensmittelpunkt Berlin gab ihm nichts mehr. Wirklich glücklich war er hier sowieso nie– zu viel privater Kummer, zu viel Alkohol. Also ging er zum »Exit«, so hieß auch sein letztes Album, erschienen 2014. Die Tür, die sich am Ende dieses Albums symbolträchtig schloss, beendete für Peter Pangerl, so Chakuzas bürgerlicher Name, einen Lebensabschnitt. Auf das Schließen der Tür folgte die Natur, auf Platte und auch in der Welt: Kurz nach der Veröffentlichung von »Exit« zog Chak nach Bayern, aufs Land. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig: »Mein ganzes Leben hat sich seitdem umgedreht«, sagt er selbst.

Davor war Peter Pangerl lange auf der Suche. Erst machte er eine Ausbildung zum Koch und Musik nur nebenbei. Bis dann Bushido kam, Chakuza und seinen damaligen musikalischen Counterpart DJ Stickle für sein Label ersguterjunge einspannte und die beiden nach Berlin lotste. Die folgenden Jahre waren erfolgreiche, aber für Chak trotzdem nicht wirklich zufriedenstellend. Als er letztendlich mit seinem damaligen Umfeld brach, weil dieses zu seinem eigenen State of Mind längst nicht mehr passte, erfand er sich und seine Musik radikal neu: Sein viertes Album »Magnolia« offenbarte schonungslos Gedanken über Selbstzerstörung und Alkoholismus. Es reichte aber trotzdem nicht aus, um Peter Pangerls Dämonen zu besiegen.

Nach der Veröffentlichung von »Magnolia« fiel er deshalb in ein kreatives Loch, aus dem Chakuza erst herausfand, als ihm Max Wählen, damals sein Tourmanager, das niederländische Dorf Vijlen zeigte, in dem innerhalb weniger Wochen »Exit« entstand. Was bei »Magnolia« noch ein harter Kampf war, ging Chakuza plötzlich ganz leicht von der Hand. Die ländliche Kreativkommune, in der er mit einer Handvoll Postrock-geschulter Musiker, die seitdem auch in seiner Liveband spielen, seine bisher kohärenteste und atmosphärischste Platte schrieb, war wie eine innere Reinigung – trotz der Düsternis, die sich durch das gesamte Album zog.

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