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Coogans Bluff – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Coogans Bluff GER - Noisolution

„Flying To The Stars“, das vierte Album von Coogans Bluff, einer Band, die sich vor 4 Jahren mit „Poncho Express“ an einem Punkt neu erfunden hatte, wo andere stagnieren oder sich endlos wiederholen. Stattdessen legte das Quintett zwei überzeugende Alben hin, und das nach turbulenter Vorgeschichte. Der Sänger stieg 2012 nach zwei Alben aus, Bassist Clemens Marasus übernahm den Gesang, Bläser geben nun den instrumental geprägten Parts Melodien, Groove und bringen u.a. den ROLLING STONE zum Schwärmen, dass die Band „zwischen 60s/70s-Hardrock, Hippie-Funk und einer Art Blues-Dekonstruktion im Sinne von Captain Beefheart“ changiert. „Poncho Express“ war ein gewagter Neuanfang, im Nachhinein ein Meilenstein und Einschnitt.

Zwei Jahre später war „Gettin` Dizzy“ die Weiterentwicklung dieser Idee. So flexibel die Bandmitglieder Wohnorte zwischen Rostock, Berlin und Leipzig wechselten, ging man auch mit musikalischen Zielen um. Auf beeindruckende Weise hat man sich einen eigenen Platz in einer zum Platzen gefüllten Schublade erkämpft, die gern den Stempel „Retro“ trägt. Favoriten kommen aus den goldenen 70ern, man wühlt in Kisten mit Krautrock, Progressive, Fusion, aber auch Space-, Psychedelic-, Stoner- oder Bluesrock. Die Koordinaten sind bekannt, doch kann man lange blättern, um aktuelle Bands zu finden, die vergleichbar klingen.
 

Brother Grimm

Albträume in Fuck-Moll. Verwischter Geisterhausblues und grimmige Oden an Verblichene. Das ist jetzt wieder so einer. Einer, der aussieht, als käme er aus dem Kohlebergwerk. Dabei stammt er von dort, wo sie es sich leisten können, zum Spaß so auszuschauen, aus Berlin. Er heißt Dennis Grimm und arbeitet als Brother Grimm. Da denkt man natürlich an die Brüder selben Namens und ihre prächtigen Albtraumlieferanten für kleine und große Kinder. Und das ist kein Zufall. Denn auch dieser Bruder Grimm widmet sich Albträumen, doch sind die seinen akustischer Natur.

Nach einer halben Karriere mit der Band Sandy Bird ist er jetzt als Brother Grimm unterwegs. Kommenden Mittwoch spielt der Mann im Wiener Fluc als Gast des einschlägig auffälligen Delta Punk, dessen Mission es ist, verwegene, derangierte Rock’n’Roller ins Licht zu zerren, wo diese ihren Gaul zu Schanden reiten. Im Vergleich zu anderen Gästen des Herrn Punk ist Brother Grimm ein Schöngeist, denn seine Geisterblues-Gstanzlen mäandern durchaus ins Balladenfach rüber, Damenbekanntschaft ist beim Konzert deshalb nicht im Vorhinein auszuschließen. Immerhin titelt sogar das Eröffnungslied seines aktuellen Albums Woman, wobei es sich angesichts des verwittert düsteren Sounds wohl um eine Ode an eine Verblichene handeln dürfte, Ruhe sanft.

Seinen Geisterhausblues spielt Grimm mit grimmigen Rhythmen, anämischen Gitarren und einem Gesang, dem man straffrei einen Nachtwächterjob in einer Tuberkuloseheilanstalt andichten darf. Es klingt also ziemlich interessant, wenn er I Am Afraid of Germany singt, Brothers and Sisters beschwört oder die Kompostierungsaufforderung Take Your Idols & Turn Em Into Flowers durch das Mikro stöhnt.

quelle scheune.org