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Dantons Tod – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Dantons Tod (von Georg Büchner)

 
Im Frühling 1794 erreicht der Machtkampf der französischen Revolutionäre seinen Höhepunkt, als der Wohlfahrtsausschuss unter Robespierre den gemäßigten Revolutionär Danton und seine Anhänger in Haft setzen lässt. Robespierre und Danton sind Profiteure der Revolution und Brüder im Geiste, doch im Chaos sich überstürzender Ereignisse ist ihre Verbundenheit nicht von Bestand. Der politische und moralische Konflikt zwischen dem Hedo­nisten Danton, der seine Revolutionsmüdigkeit in den Armen der Huren von Paris zelebriert, und Robespierre, dem unbestechlichen Ideologen, ist fundamental. Dantons Hybris wird ihn das Leben kosten, Robespierres rhetorische Raffinesse besiegelt sein Schicksal: „Am heutigen Tage werden wir sehen, ob wir in der Lage sind, ein Idol, das schon längst verfault ist, zu zerschmettern. Wie kann ein Mann, dem jedes moralische Gefühl fremd ist, ein Verteidiger der Freiheit sein?“ 
Anhand dokumentierter Reden und Augenzeugenberichte der Pariser ­Schreckensherrschaft skizziert der 22-jährige Büchner im Jahr 1835 die letzten Tage Dantons, dessen Passivität gravierende politische Konsequenzen hat. Der Herausgeber der Flugschrift „Hessischer Landbote“ ist selbst ein politisch Verfolgter, verzweifelt über die Wirkungslosigkeit seines revolutionären Engagements und den „grässlichen Fatalismus der Geschichte“. 
„Dantons Tod“ ist weder Historiendrama noch politisches Lehrstück. Denn Georg Büchner belehrt nicht, bietet keine Lösung an und ergreift nicht Partei für einen seiner Protagonisten. Und so ist „Dantons Tod“ das Zeugnis einer Positionsbestimmung, die die Frage stellt nach dem Preis von Macht, nach politischer Verantwortung und der Notwendigkeit der Revolte angesichts des Unrechts. Es ist das Bekenntnis zur Wahrheit gegen die Ideologie, für die Opfer und gegen die Gewalt. Regie führt Friederike Heller, die als Spezialistin für große Stoffe und ein modernes episches Theater am Staatsschauspiel Dresden u. a. Brechts „Die Dreigroschenoper“ und zuletzt Dostojewskijs „Dämonen“ inszenierte.