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das ende der menschheit - von Konstantin Küspers – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

 

Genetiker Jorge, der im Jahr 2018 verhindern will, dass die Evolution ihre Kinder frisst, programmiert den genetischen Code der gesamten Menschheit um – beinahe unbemerkt, durch einen Virus, den er freisetzt und der innerhalb von 90 Tagen jeden Menschen auf dem Planeten erkranken und wieder genesen lässt. Das Ausmaß wird bald klar: kein lebender Mensch auf dem Planeten ist mehr in der Lage, zeugungsfähigen Nachwuchs zu produzieren. Und so haben 2019 die ersten Kinder der  sogenannten F1-Generation keine differenzierten Geschlechtsmerkmale mehr, 2022 werden die letzten zeugungsfähigen Babys geboren. Wissenschaftler versuchen verzweifelt, das Fortbestehen der Menschheit zu retten – die medizinischen Experimente werden immer brutaler und menschenverachtender. Die fehlende Zukunftsperspektive macht die Menschen zunehmend aggressiv, während die F1-Generation – die Letzten der Spezies – ohne Triebe und ohne differenzierte Geschlechter eine utopische Parallelgesellschaft, die auf Frieden und Respekt basiert, erschafft. 

Die Stücke von Autor Konstantin Küspert verknüpfen komplexe philosophische Denkbilder mit vorstellbaren Szenarien, immer aber auch mit einem Augenzwinkern: In „das ende der menschheit“ steht die Parabel von Jorge, der die Reproduktion der Menschheit wegen fehlender Moral eindämmen will – und ausgerechnet so eine Parallelgesellschaft von Menschen erschafft, die im Wissen um ihr Ende ein friedliches Dasein führt. Wie die meisten seiner Stücke fordert auch dieses Stück das Theater wie sein Pub­likum in der Frage heraus, wie sich der Mensch angesichts des technologischen und wissenschaftlichen Fortschritts verhält.

quelle: staatsschauspiel dresden