Schauspiel |

DAS GEHEIMNIS DER BLAUEN SCHWERTER – Theater Meissen | Alle Veranstaltungen

 

DAS GEHEIMNIS DER BLAUEN SCHWERTER


1710 wurde auf der Leipziger Messe zum ersten Mal sächsisches Porzellan – das erste außerhalb Chinas produzierte – öffentlich vorgestellt. Sofort begannen sich andere europäische Mächte für die Produktion und ihre Geheimnisse zu interessieren: sie warben Mitarbeiter ab oder schleusten verdeckte Beobachter ein. Und so geschah es im Jahr 1719: Gründervater Böttger hatte gerade noch zwei Monate zu leben, da entwich aus Meißen ein gewisser Samuel Stöltzel, der als Arkanist für die Herstellung der Porzellanmasse zuständig war. Er ging – lukrativst abgeworben durch den österreichischen Gesandten – nach Wien, in die dort ein gutes Jahr zuvor gegründete Porzellanmanufaktur – und nahm Meißener Produktionsgeheimnisse mit. Ein Jahr später war er wieder zurück in Meißen, nicht ohne zuvor die Wiener Brennöfen gründlich zerstört zu haben, und in Begleitung eines hochbegabten Porzellanmalers, der dann zum Meißener Star wurde. Stöltzel arbeitete bis zu seinem Tod wieder in der Meißener Manufaktur – streng abgeschirmt, fast ein Gefangener.
Kann sein. Kann aber auch ganz anders sein: Die Wiener Manufaktur wurde gegründet, nachdem der Meißener Handwerker Tiemann Porzellanrezepturen und Baupläne für Brennöfen geschmuggelt hatte. Ein Jahr später tauchte auch Stöltzel auf, vertrieb Tiemann und legte die Wiener Manufaktur für mehrere Jahre lahm. Wirtschaftsspionage und vor allem Wirtschaftsgegenspionage vom Feinsten – ein echter Krimi!

Quelle: LB Sachsen