• Startseite
  • Veranstaltung
  • Der Phantast - oder Leben und Sterben des Dr. Karl May
Kultur
Kalender
Dresden
und
Umgebung
Schauspiel |

Der Phantast - oder Leben und Sterben des Dr. Karl May – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Der Phantast

Der Hochstapler macht im Leben, was der Künstler sich nur in der Kunst traut. Für wenige Gestalten der Literaturgeschichte trifft dieser Satz so sehr zu wie für den Bestsellerautor, Kleinkriminellen, Kosmopoliten und Mystiker Karl May. Nachdem er als junger Mann insgesamt acht Jahre im Gefängnis verbracht hatte, wurde er zu einem der erfolgreichsten Reiseschriftsteller aller Zeiten – und das, obwohl er tatsächlich den Osten Deutschlands kaum je verließ. Niemals mehr wird sich wohl aufklären lassen, in welchem Maße er die von ihm ins Leben gerufene „Shatterhand-Legende“ selbst geglaubt hat, laut der alle seine Romane eigene Erlebnisse waren. May erfand sich lustvoll ein spektakuläres Leben inklusive falschem Doktortitel und teilte es mit Generationen von gläubigen Lesern. Mitten im Zeitalter des Kolonialismus und der Rassentheorien träumte er von Völkerfreundschaft, Glaube und Verständigung. Symbol dafür ist Winnetou, der edle Apache und imaginierte Blutsbruder Mays. In ihm überwand May die Zwänge der grauen Realität, schuf er eine der imposantesten Gestalten der deutschen Populärkultur.
„Der Phantast“ folgt den Wandlungen des Radebeuler Schriftstellers in seinen letzten Jahren, in denen er unter dem Eindruck zahlloser Gerichtsprozesse zur Überzeugung kam, sein eigentliches Werk erst noch schreiben zu müssen. Für Regisseur Philipp Stölzl ist es eine erneute Beschäftigung mit dem Mythos Karl May, denn er verantwortet auch die viel­erwartete Neuverfilmung der Winnetou-Trilogie. Wie ganz wenige Künstler seiner Generation schafft er den Spagat zwischen Kino, Oper und Schauspiel, wechselt mühelos zwischen Pop- und Hochkultur. Seine erste Arbeit am Staatsschauspiel Dresden wird eine surreale Gratwanderung zwischen Historie und Phantasie. – Ein Muss für jeden, der sich schon einmal davongeträumt hat. Und für jeden Karl-May-Fan sowieso.
 

Regie und Idee Philipp Stölzl
Buch Jan Dvorak

quelle: staatsschauspiel dresden