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Der Wiederaufbau der Warschauer Altstadt – Kraszewski-Museum | Alle Veranstaltungen

 

Die Sonderausstellung „Wiederaufbau der Warschauer Altstadt“ im Kraszewski-Museum Dresden erinnert an den 60. Jahrestag des Wiederaufbaus der Altstadt in Warschau und präsentiert auf 15 Tafeln ein „Archiv des Gedenkens“, welches anlässlich des 30. Jahrestages der Anerkennung der Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe entwickelt wurde. Fotografien aus den Sammlungen des Nationalen Digitalarchivs und Nationalarchivs Warschau dokumentieren den Wiederaufbau der vom Krieg nahezu völlig zerstörten Hauptstadt Polens. Zur Ausstellung wird der Dokumentarfilm „Spacerek Staromiejski“ (Altstadtspaziergang), Regisseur Andrzej Munk, aus dem Jahr 1958 gezeigt. Der Film wurde durch die Nationalfilmothek in Warschau zur Verfügung gestellt.

Die originalen Bauwerke der Warschauer Altstadt entstanden im Zeitraum vom 15. bis 19. Jahrhundert. Aufgrund der Kriegsschäden und einem planmäßig durchgeführten Abriss durch die deutsche Besatzung blieb vom linksseitigen Stadtteil nur ein Trümmerfeld. Von den ehemals ca. 410 historischen Gebäuden der Altstadt waren noch sechs Häuser fragmentarisch erhalten. Vier Jahre nach Kriegsende wurde die Entscheidung für den Wiederaufbau getroffen. Die Bestandsaufnahme der Gebäude war der Ausgangspunkt für die nachfolgenden Analysen und Studien, die bereits vor Kriegsbeginn unter der Leitung von Prof. Oskar Sosnowski von der Technischen Universität Warschau begonnen worden waren. Schon vor 1949, also noch vor dem Ende der Trümmerräumung in der Altstadt, wurden die ersten Rekonstruktionen von Häusern und Kirchen fertiggestellt.

Die Altstadt, wie wir sie heute kennen, wurde in den 1950er und 1960er Jahren erbaut. Der damals erfolgte nahezu komplette Wiederaufbau ist jedoch keine exakte Rekonstruktion des Vorkriegszustands. Der Bau erfolgte auf der Grundlage weitreichender Kompromisse zwischen den Konservatoren und den Behörden. Für die Rekonstruktion wurden jene Konstruktionsformen als maßgeblich betrachtet, über die es die meisten Informationen gab. Demgemäß diente die Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts als Vorbild. Diesem Prinzip folgend, wurden die meisten Architekturelemente aus dem 19. Jahrhundert samt Nebengebäuden und Hinterhäusern nicht wiederhergestellt.

Der Wiederaufbau stellt ein im Weltmaßstab einzigartiges Beispiel für die Rekonstruktion eines historischen urbanen Komplexes dar. Die Anstrengung der Architekten und Konservatoren wurde von der  UNESCO mit dem Eintrag in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe gewürdigt. Der offizielle Abschluss des Wiederaufbaus der Altstadt erfolgte am 22. Juli 1953 mit der offiziellen Übergabe an die Warschauerinnen und Warschauer.

Die Ausstellung wird präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt Warschau und der Nationalfilmothek Warschau sowie dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden.

quelle museen-dresden.de