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Die Nibelungen – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Die Nibelungen
Deutsches Trauerspiel von Friedrich Hebbel
Premiere am 10. Oktober im Schauspielhaus
 
„Die Nibelungen“, das ist der gespenstische Nationalmythos der Deutschen: Der heimtückische Meuchelmord an Drachentöter Siegfried sichert König Gunther von Burgund und Hagen Tronje den Nibelungenhort. Es gilt zu vertuschen, dass Siegfried – unter der Tarnkappe verborgen – einst für Gunther die Isenkönigin Brunhild im Kampf und im Bett unterwarf. Doch die Burgunden haben die Rechnung ohne Kriemhild, Gunthers Schwester und Siegfrieds Frau, gemacht. Vierzehn Jahre arbeitet die Witwe auf ihre Rache hin, bis die Burgunden schließlich am Hof des Hunnenkönigs Etzel, des zweiten Mannes Kriemhilds, in einem heillosen Gemetzel untergehen.
Vergeben und vergessen? Das ist die Sache der Burgunden nicht. Sehenden Auges gehen Gunther und Hagen in den Tod, Kriemhilds Rache löscht sie selbst und Hunderte von Unschuldigen mit aus. Nibelungentreue heißt: Was einmal Recht ist, muss Recht bleiben, und koste es die ganze Welt. Ist es nicht skandalös, dass eine solche Gesinnungsethik die Messlatte dessen ist, was als deutsch zu gelten hat? Oder ist die nibelungenhafte Art, freiwillig und mit Begeisterung ins Verderben zu gehen, die letzte Bastion der Selbstbestimmung? Kettenhemd an und hinabgestiegen in den Kohlenkeller der Gefühle.
Regisseur Sebastian Baumgarten arbeitet als Grenzgänger zwischen Schauspiel und Musiktheater. Für seine „Orest“-Inszenierung 2006 an der Komischen Oper Berlin wählten ihn die Kritiker der Zeitschrift „Opernwelt“ zum Regisseur des Jahres; 2011 eröffnete er mit Wagners „Tannhäuser“ die 100. Bayreuther Festspiele; 2013 war seine Zürcher Inszenierung von Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen – um nur einige Stationen zu nennen. Seit 2013 leitet Baumgarten den Studiengang Regie an der Theaterakademie August Everding, München. Am Staatsschauspiel Dresden brachte er bereits Sophokles’ „Antigone“, „Die Räuber“ von Friedrich Schiller und davor „Der goldne Topf“ von E.T.A. Hoffmann auf die Bühne.
Quelle: Staatsschauspiel