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Die Verschwörung des Fiesko zu Genua – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Ein Republikanisches Trauerspiel von Friedrich Schiller | Regie: Jan Philipp Gloger | Premiere am 14. Februar 2015 | Schauspielhaus

Es ist das Jahr 1547, und in Genua steht ein Machtwechsel an. Der greise Herzog Doria will seinen Neffen als Nachfolger einsetzen, Prinz Gianettino Doria, der jetzt schon die Stadt tyrannisiert. Dagegen regt sich Widerstand. Volk und Adel murren, und eine Handvoll Republikaner plant mit großer Geste den Umsturz. Und Fiesko? Des Prinzen gefährlichster Konkurrent und früher ein charismatischer Anführer ist jetzt ein Lebemann, der rauschende Feste feiert und mit noblen Damen tändelt. Das zumindest macht er alle glauben, während er im Verborgenen Verbündete sucht und Soldaten sammelt. Denn Fiesko ist ein Spieler und liebt das Spiel mit Masken. Außerdem ist er sich selber nicht im Klaren: Soll er wirklich mit den Umstürzlern für eine Republik kämpfen oder doch lieber die Alleinherrschaft ergreifen und Genuas nächster Herzog werden? Warum auf die Macht verzichten, wenn man sie haben kann? So spielt er einstweilen weiter, bis er am Ende selbst Opfer seiner eigenen Verschwörung wird.

"Fiesko" ist das Drama eines Mannes, der über seine eigenen Fähigkeiten stolpert. Jung, beliebt, brillant und erfolgreich opfert er seine frühere politische Überzeugung dem Spiel mit der Macht. Nicht eine Idee treibt ihn an, sondern die Versuchung der Macht - inhaltsleer, selbstverliebt und trotzdem faszinierend. "Meine Räuber mögen untergehen! Mein Fiesko soll bleiben", hat Schiller über sein zweites Stück gesagt, in dem er sich erstmals eines historischen Stoffes annahm. In Dresden wird der Schauspiel- und Opernregisseur Jan Philipp Gloger das Stück auf die Bühne bringen. Gloger war in den letzten Jahren Oberspielleiter in Mainz und hat u. a. an der Schaubühne in Berlin, in Karlsruhe, an der Semperoper Dresden und in Bayreuth ("Der fliegende Holländer") inszeniert.