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Faust 1 – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus | Alle Veranstaltungen

 

Faust 1

„Habe nun, ach ...“ Faust ist am Ende. Ausgebrannt, gescheitert. Er ist Jurist, Mediziner, Theologe, Philosoph ..., doch all das bringt ihm weder Glück noch Zufriedenheit. Zwar schreckt er vor dem letzten Schritt, dem Selbstmord, zurück, doch wünschen tut er sich den Tod. Da läuft ihm ein Pudel über den Weg, und ein Teufel namens Mephistopheles bietet ihm eine Wette an: Sollte er Faust je dazu bringen zu genießen, sich aufs Faulbett zu legen, dann gehört Fausts Seele im Jenseits dem Teufel. Faust schlägt ein, und Mephisto nimmt Faust mit auf eine Reise durch Welt und Magie, er zeigt ihm Genuss, Begierde und Ekstase, führt ihn in Auerbachs Keller, zu Gretchen und auf den Blocksberg zur Walpurgisnacht. Doch Faust bleibt Zyniker und Egozentriker, er bleibt fordernd und voller Hybris. Am Ende ist die Liebe entzaubert, Gretchen zahlt den Preis, aber zwischen Faust und Mephisto steht es patt. 
 
Über dreißig Jahre lang hat Johann Wolfgang von Goethe an verschiedenen Fassungen des „Faust“ gearbeitet. Der Stoff beruht auf alten Volkssagen, und die Interpretationsgeschichte des Stückes füllt Bibliotheken – ob als Parabel auf „den deutschen Geist“, ob als philosophische Studie über das Subjekt, ob als Volkstheater. In Dresden nimmt sich der schwedische Regisseur Linus Tunström des deutschesten aller Stoffe an und erzählt mit einer Gruppe Schauspieler die Geschichte um den Alltagsmenschen Faust. Tunström ist Regisseur, Schau­spieler und Filmemacher und seit 2007 Intendant des Stadttheaters Uppsala. Er hat in Stockholm, London, Kopenhagen und der Schweiz inszeniert und in Uppsala zuletzt große Stoffe wie „Hamlet“, „Anna Karenina“ und „Fanny und Alexander“ von Ingmar Bergman auf die Bühne gebracht.