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Finale zum Dresdner Lyrikpreis 2016 – Literaturhaus - Villa Augustin Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Alle zwei Jahre wird in Dresden der Dresdner Lyrikpreis verliehen – in diesem Jahr bereits zum 11. Mal. Acht erfahrene Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Deutschland und Österreich, die von einer Vorjury aus 700 Bewerbern ausgewählt wurden, stellen dem Publikum und der Hauptjury im Literaturhaus Villa Augustin eine Auswahl ihrer zum Wettbewerb eingesandten Gedichte vor.

Die renommierte Prager Moderatorin Bára Procházková bedient den Zufalls-generator für die Lesereihenfolge und führt im Verlauf des Abends zweisprachige Kurzinterviews mit den nominierten Schriftstellern und Schriftstellerinnen. Erneut ist auch das Publikum dazu eingeladen, ein Votum abzugeben und die Trägerin oder den Träger des Publikumspreises zu bestimmen.

Die Dichterinnen und Dichter lesen am Abend des 29. Oktober ihre Beiträge in Originalsprache, die Übersetzungen in die jeweils andere Sprache werden zeitgleich eingeblendet. Im Anschluss wird bei Musik und Wein gefeiert – die Spannung jedoch und die Frage nach der Gewinnerin oder dem Gewinner bleibt. Gleich nach den Lesungen zieht sich die Hauptjury zu einer ersten Beratungsrunde zurück. Am Sonntagmorgen, dem 30.10., muss in einer zweiten Diskussion die Entscheidung fallen, denn um 11 Uhr findet der Wettbewerb seinen Höhepunkt in der feierlichen Verleihung des Dresdner Lyrikpreises 2016 und des Publikumspreises.

 

Finalabend des Dresdner Lyrikpreises.

An diesem Abend lesen die nomierten Autor_innen aus ihren eingereichten Texten. Bewertet werden sie vom Publikum und der Hauptjury.

Die diesjährigen Nominierten sind:
 
HELWIG BRUNNER, geboren 1967 in Istanbul, Studien der Biologie und Musik, lebt in Graz. Er ist Herausgeber der Buchreihe „keiper lyrik“ und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Lichtungen. Er veröffentlichte zehn Gedichtbände, zuletzt „Denkmal für Schnee“ (Neue Lyrik aus Österreich, 2015); „gemacht/gedicht/ gefunden. über lyrik streiten“ (poetologische Debatte gemeinsam mit Stefan Schmitzer, 2011); demnächst erscheint das „Journal der Bilder und Einbildungen“ (Literaturverlag Droschl 2017). Darüber hinaus verfasste er Beiträge in Anthologien (zuletzt z. B. „Jahrbuch der Lyrik“ 2015 und in „all dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän“, kookbooks 2016), in Zeitschriften (z. B. manuskripte, Edit, Ostragehege), im Internet (z. B. The Adirondack Review, Four Way Review, The California Journal of Poetics) und im Rundfunk.

CARL-CHRISTIAN ELZE wurde 1974 in Berlin geboren und lebt in Leipzig. Er studierte Biologie und Germanistik, und von 2004-2008 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Von 2002 bis 2009 war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift plumbum. Carl-Christian Elze schreibt Gedichte, Prosa, Drehbücher und Libretti. Für sein Werk erhielt er verschiedene Preise, zuletzt den Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis der Stadt Cuxhaven und ein Bundes-stipendium für das Deutsche Studienzentrum Venedig. Sein jüngster Gedichtband „diese kleinen, in der luft hängenden, bergpredigenden gebilde“ erschien im Frühjahr 2016 im Verlagshaus Berlin. Seit 2013 betreibt er zusammen mit anderen AutorInnen die Lesereihe „niemerlang“ in Leipzig.

GUY HELMINGER wurde 1963 in Esch/Alzette (Luxemburg) geboren und lebt seit 1985 in Köln. Er schreibt Gedichte, Romane, Hörspiele, Theaterstücke und tritt als Moderator literarischer Veranstaltungen auf. 2002 erhielt er den Förderpreis für „Jugend-Theater des Landes Baden-Württemberg“ und im selben Jahr den Prix Servais für „Rost“. Im Jahr 2004 wurde ihm anlässlich der 28. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt der 3sat-Preis zugesprochen. Seine Geburtsstadt verlieh ihm 2006 den „Prix du mérite culturel de la ville d’Esch“. Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören „Venezuela. Drei Stücke“ (2015), „Neubrasilien. Roman“ (2010) und „Libellenterz. Gesammelte Gedichte“ (2010).

DAN JEDLIČKA, geboren 1973 in Opava, wo er auch lebt. Er studierte englische und tschechische Philologie in Brno sowie Gegenwartsliteratur in Liverpool. Bislang erschienen seine Gedichtbände „Mimoběžky“ / „Nebenläufe“ (2007), „Sbohem malé nic“ / „Adieu kleines Nichts“ (2014, für den Literaturpreis Magnesia Litera nominiert) und seine Übersetzungen von Gedichten des britischen Dichters Roger McGough: „Někdo přijde a udělá to za mě líp“ / „Es wird jemand kommen und das an meiner Stelle besser machen“ (2011). Seit 2006 ist er als Chefredakteur an dem kleinen unabhängigen Verlag Perplex beteiligt, der sich vorwiegend auf tschechische Gegenwartslyrik konzentriert. Dort hat er mehr als zwanzig Bücher editorisch betreut. Daneben arbeitet er am Institut für Fremdsprachen der Schlesischen Universität in Opava und befasst sich mit britischer Lyrik der zweiten Hälfte des 20. Jh.

ANJA KAMPMANN, geboren 1983 in Hamburg, lebt in Leipzig. Sie studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2010 war sie Stipendiatin des International Writing Program der Universität Iowa, seit 2011 arbeitet sie u.a. für den Deutschlandfunk und die NZZ. Seit 2011 Promotion über Stille und Musikalität im Spätwerk Samuel Becketts. Sie war Teilnehmerin des Literaturfestivals Karachi 2011 und des Poesiefestivals Minsk 2013. Eingeladen zu Babelsprech in Lana und Bern 2013/2015. Im Jahr 2015 war sie Stipendiatin des Else-Heiliger-Fonds. Anja Kampmann veröffentlichte in Zeitschriften, u.a. in Akzente, Neue Rundschau, Wespennest, und im Jahrbuch der Lyrik. Ihr Debütband „Proben von Stein und Licht“ erschien im Frühjahr 2016 im Carl Hanser Verlag.

SIMONA RACKOVÁ, geboren 1976, ist Dichterin, Redakteurin, Herausgeberin und (unter ihrem vollen Namen Simona Martínková Racková) auch Literaturkritikerin. Sie studierte tschechische Sprache und Literatur an der Prager Karls-Universität und leitet seit 2003 die Rezensionsrubrik der Literaturzeitschrift Tvar. Als Herausgeberin zeichnete sie für das Jahrbuch „Die 100 besten tschechischen Gedichte 2012“ und die zweiteilige „Anthologie der tschechischen Lyrik“ (2007/2009) verantwortlich. 2007 debütierte sie mit dem Band „Freundinnen“, 2009 erschien eine bibliophile Ausgabe mit Gedichten über Venedig und Linolschnitten von Pavel Piekar. 2015 veröffentlichte sie den Gedichtband „Tänze“. Ihre Gedichte erschienen in verschiedenen Zeitschriften und im Internet, wurden ins Englische, Portugiesische, Italienische, Serbische und nun auch ins Deutsche übersetzt.

MARTIN ŠIMEK, geboren 1975 in Plzeň, studierte tschechische Sprache und Geschichte und arbeitet als Lehrer. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Mitglied des literarischen Ason-Klubs der Stadtbibliothek Plzeň, wo er dichterische und publizistische Erfahrungen sammeln und erfolgreich an Literaturwettbewerben teilnehmen konnte. Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied des Westböhmischen Schriftstellerzentrums. Er schreibt vor allem von Lyrik (bislang erschienen 4 Gedichtbände), gelegentlich illustriert er Bücher und schreibt historische Texte. Šimek lässt sich von der klassischen asiatischen Poesie inspirieren, vor allem ihrer Fähigkeit, mit wenigen Worten den flüchtigen Zauber des Augenblicks zu erfassen. Weitere Vorbilder sind die Dichter Jan Zahradníček und Jan Skácel sowie Rainer Maria Rilke. Sein Interesse gilt neben der Literatur der Geschichte und der bildenden Kunst

ANDREA LYDIA STENZEL, geboren 1962 in Kassel, studierte Klassische Archäologie und Philologie in Göttingen. An der UDL Göttingen war sie als Dozentin tätig. Für ihr Gedicht „Brachland“ erhielt sie 2013 den Silberbergpreis, 2014 belegte sie mit ihrer Erzählung „Drachentöter“ bei dem Wettbewerb „Der digitale Sturm“ den ersten Platz. Sowohl ihre Lyrik als auch Prosa ist in unterschiedlichen Anthologien veröffentlicht, u.a. in Lyrik der Gegenwart, Feldkircher Lyrikpreis 2014. Sie lebt in Göttingen.

quelle literaturhaus villa augustin