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Flowin IMMO & The Hoo – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Flowin IMMO & The Hoo

 
Es ist Herbst 2009. Ein manischer Mensch verlässt sein Schiff (Berlin) und geht in der oberösterreichischen Einöde vor Anker, um
sich zu beruhigen. So viele Worte gedacht, geflüstert, gesprochen und bis zur Heiserkeit geschrien, doch so wenig Verständnis für
seine Sicht der Dinge. Der gefühlten Einsamkeit sollte nun die körperliche folgen. Als Eremitüberwintert er in einer Wohnung in
einem alten Bauernhaus. Er meidet zwischenmenschliche Kontakte bis aufs nötigste und beschäftigt sich mit den mitgebrachten
Instrumenten. Worte hat er keine mehr. Aber ein paar Melodien und Stimmungen, die er in den folgenden Monaten festhält. An
denen er sich festhält, während die Manie ihn verlässt und seiner neuen Begleiterin Platz macht. Der Depression.
Dieser Mensch ist Immo Wischhusen. Musikalisch ist er als Flowin IMMO vielen musikinteressierten Menschen zwischen 20 und 40
ein vager Begriff. Viel mehr Menschen als denen, die auch eines seiner bisherigen Alben ihr eigen nennen, da er in den letzten 20
Jahren immer wieder wie ein fröhlicher Paradiesvogel durch die oft graue, grimmige deutschsprachige HipHopSzene geflogen ist,
und seine teils wilden Pirouetten bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Auch verstörende Eindrücke und Fragezeichen. Diese
Fragezeichen gilt es mit dem vorliegenden Album in Ausrufzeichen oder auch Ruhepunkte zu verwandeln.
Denn das Album gewährt Einblick in das Innerste von Manie und Depression, die Flowin IMMO im Laufe der Produktion am
eigenen Leib und der eigenen Seele erlebt hat. Beziehungsweise hat er während dieses Zyklus diese Musik erschaffen, die sich im
Nachhinein zu einem intensiven Erzählstrang zusammen flechten ließ. Das ermöglicht ein Verständnis dieser Person,
stellvertretend für viele Unverstandene in unserer Gesellschaft, die als anders abgetan werden. Hier lässt ein „anderer“ seinen
Ausblick auf die Welt vom Stapel, während er die Welt nicht mehr und die Welt ihn nicht mehr zu verstehen scheint. „Geschlossene
Gesellschaft“ ist eine Platte von einem HipHopMusiker, der statt andere zu samplen, die Originale selbst live eingespielt hat. Auf
den Spuren von z.B. Lenny Kravitz oder Prince. „Geschlossene Gesellschaft“ setzt sich auf der einen Seite mit unserer globalen
Gesellschaft auseinander, dem durch die globalisierte Wirtschaftselite konstant schwelenden Weltkrieg, dem für den „Rest“ der
Welt verschlossenen „Reichtum“. Auf der anderen Seite geht der Blick nach innen. Die eigene Psyche und Seele als geschlossene
Gesellschaft. Der Zwiespalt zwischen zwischenmenschlicher Verbundenheit und misanthropischer Zurückgezogenheit,
grenzenloser Freiheit und absoluter Einsamkeit.