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Fokus Eritrea – Alltag unter Alleinherrschaft – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Fokus Eritrea – Alltag unter Alleinherrschaft

In Reiseberichten wird Eritrea nicht selten als das "Nordkorea Afrikas" bezeichnet und wartet mit einigen Superlativen auf: Als ehemalige Kolonie Italiens ist es das jüngste Land Afrikas, erst seit 1993 ist es unabhängig. 30 Jahre dauerte der Guerillakrieg mit Äthiopien, er hat das Land in bittere Armut gedrängt. Die anhaltende Feindschaft mit dem Nachbarland zwingt Tausende junge Männer in den Militärdienst, der unter Umständen ein Leben lang andauern kann. Man spricht über Eritrea mittlerweile von einem der repressivsten Regime der Welt. Ist da noch Platz für kulturelles Leben? Wie sieht das Alltagsleben der Menschen in Eritrea aus, wenn jeder junge Mann von zuhause oder sogar direkt nach der Abiturfeier mit Bussen abgeholt und zum Militärdienst gezwungen werden kann? Trotz Frieden im Land, bedeutender Bodenschätze und atemberaubende Naturschauplätze, die Tourismusmagnete sein könnten, treiben Angst und Armut monatlich fast 2000 Eritreer_innen aus ihrer Heimat. Der große Traum von Frieden und Freiheit heißt – Europa?

Referent_innen:

Dr. Pavel Novácek, bereiste Eritrea und schrieb seine Dissertation über das Horn von Afrika, profunder Kenner der Beziehungen zwischen den afrikanischen Staaten.
Zerai Kiros Abraham (angefragt), selbst 1990 aus Eritrea geflohen, engagiert sich heute als Projektinitiator in der Flüchtlingsarbeit. Sein „Team Afriqa“ ist eine Mannschaft  ehemaliger eritreischer Radsportprofis, die ihre Heimat verlassen mussten und hier in Deutschland wieder die Möglichkeit haben, Radrennen zu fahren

quelle:dhmd.de