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„Fragments of Histories“ – Kunstraum Dresden des Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. (Veranstaltungsraum - Galerie) | Alle Veranstaltungen

 

KUNSTRAUM bei Ausstellungen geöffnet:
Montag bis Freitag 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 14.00 Uhr
sowie außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

05.11.2016 - 10.12.2016
Details www.saechsischer-kunstverein.de
Alle in Kunstraum Dresden des Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. (Veranstaltungsraum - Galerie)
Bahnhof Mitte (Bus 94; Tram 1, 2, 6, 10; S-Bahn S1, S2)
Am Zwingerteich (S-Bahn 11)
Schweriner Straße (Bus 94; Tram 1, 2)
05/11/2016 10/12/2016 true Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de „Fragments of Histories“ (Archives & Objects/ Collections & Montages, Ausstellungseröffnung – MEISTER + SCHÜLER) Kunstraum Dresden des Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. (Veranstaltungsraum - Galerie) 38 DD/MM/YYYY
 

Tina Bara über die Ausstellung:

Die Ausstellung ist auf Einladung des Neuen Sächsischen Kunstvereins e.V. entstanden, im KUNSTRAUM Dresden Kunst-Lehrende mit ihren Meisterschüler*Innen auszustellen und mit uns diese Reihe zu beginnen. Abgesehen davon, dass mir die Wortkombination Meister + Schüler nicht mehr zeitgemäß erscheint, sondern eher wie ein übrig gebliebenes historisches Wortrelikt – eine Hülle, die einen neuen oder anderen Inhalt meinen könnte – habe ich die Herausforderung sehr gern angenommen, um einen Blick darauf zu werfen, was entsteht, wenn einzelne Positionen der KünstlerInnen, die inzwischen alle ihren eigenen Weg gehen, zusammengeführt werden. Für die Ausstellung war also kein Thema ausschlaggebend, auch keine These oder eine gemeinsam erarbeitete Fragestellung, sondern lediglich die Tatsache, dass die elf Studierenden nach ihren Diplomabschlüssen (an der HGB, in meiner Klasse oder an anderen Kunstakademien und in anderen Ländern) eine weiter führende Zeit im Austausch mit mir verbracht haben, um ihre Arbeit weiter zu treiben – eher im diskursiven Austausch, als in einer klassischen Lehrsituation. Da wir uns freiwillig für dieses gegenseitige Verhältnis entschieden haben, leitete mich auch beim Zusammenstellen der ausgewählten Arbeiten mein eigenes Interesse für diese Arbeiten und eine Affinität für bestimmte künstlerische Haltungen und Themenstellungen, so dass das, was durch das Kuratieren entsteht, mehr ist als das zufällige Nebeneinander von individuellen künstlerischen Positionen. Selbstverständlich ist das Individuelle zu allererst in den Arbeiten enthalten, darüber hinaus ging es mir jedoch auch um Interessenschwerpunkte meiner künstlerischen Lehre, die sich immer auch im Miteinander mit den jungen Positionen entwickelt. Die hier gezeigten Arbeiten sind Ausschnitte aus den Abschlussarbeiten der MeisterschülerInnen oder bereits unmittelbar danach entstanden. Was sichtbar wird: dass das Medium Fotografie auf ganz unterschiedliche Art und Weise benutzt wird, dass es installativ und medial erweitert wird. Die KünstlerInnen greifen auf vorhandenes Bildmaterial zurück oder inszenieren eigene Bildwelten oder fotografieren subjektiv oder im dokumentarischen Stil. Bei mehreren Arbeiten gibt es neben der Bild- eine Text-Ebene und/oder das Medium Fotografie wird um das bewegte Videobild erweitert. Methodisch oszillieren die Arbeitsansätze zwischen poetischen, narrativen, aber auch konzeptuellen Strategien. Dabei gehört eine intensive Recherche bei allen als wesentliches und begleitendes Element zum künstlerischen Schaffensprozess. In dieser Ausstellung zeigt sich die Suche und Prüfung dessen, was uns, was die verschiedenen Arbeitsansätze verbindet, wo Schnittpunkte entstehen und welche Interessenfelder sich herauskristallisieren.

Fragments of HiStories Darin steckt die Affinität, nicht den Überblick ins Bild zu setzen, keiner wie auch immer gearteten Linearität folgen zu wollen, sondern im Ausschnitthaften, im Angerissenen, Angedeuteten und Bruchstückhaften erzählen zu wollen. Es geht in allen Arbeiten, egal ob sie eher seriell und konzeptionell ausgerichtet sind oder poetisch und subjektiv, immer um einen Rest von Geschichte oder Geschichten, auch wenn sie eher im Handlungsimpuls, der sich in die Arbeit einschreibt, als in einer direkten Erzählung liegen. Das grundliegende Interesse formuliert sich in keiner der Arbeiten vordergründig in formellen oder kunstimmanenten Fragestellungen, sondern in Rückkopplungen an gesellschaftliche, persönliche, biografische und weiterführende Themen, die an andere, auch wissenschaftliche Bereiche andocken, die das menschliche Wesen und Handeln erforschen: wie Soziologie, Psychologie und (Kultur)Geschichte.

Archives & Objects / Collections & Montages Der Untertitel spielt auf Quellen und Bearbeitungsmethoden an, die in unterschiedlicher Gewichtung in allen Arbeiten zu finden sind. Bei allen ausgewählten Arbeiten spielen eigene oder fremde Archive und Sammlungen eine ausschlaggebende Rolle. Sie werden angelegt, untersucht, benutzt und künstlerisch bearbeitet. Auch wenn Portraits und Körper auf den Fotografien abgebildet sind, so werden doch auch die Fotografien an sich befragt und wahrgenommen und somit als Träger vorgeführt, die etwas zeigen, das über Personenabbildungen hinausgeht. (Fotografierte) Objekte können oft mehr über die Geschichten der Menschen bzw. bestimmte Aspekte und politische Zusammenhänge erzählen. Sie sind in Verbindung mit ihrer Benutzung und Entstehungsgeschichte eng an menschliche Handlungen gebunden. Im Montieren von assoziativen und narrativen Fragmenten und Momenten, die sich in den Fotografien, Filmstücken und Texten abbilden, entstehen vielschichtige Zusammenhänge, die sich eindeutigen Interpretationsmustern meist entziehen und zu einem komplexen Wahrnehmen und Denken auffordern, in dem Bekanntes auf Unbekanntes, sowie Sichtbares auf Unterbewusstes trifft und eher Fragen gestellt als Antworten gegeben werden. Interessiert hat mich letztendlich auch die Generation meiner ehemaligen MeisterschülerInnen: fast alle sind um 1980 herum geboren (als ich ungefähr begann zu studieren), die Hälfte noch im Osten, die andere Hälfte ganz woanders. Alle waren zum Zeitpunkt der alten Systemauflösungen und der beginnenden digitalen Revolution Kinder und wuchsen selbstverständlich mit neuen Medien und ohne Mauer und kalten Krieg auf. Dennoch verarbeiten fast alle Geschichte und Gegenwart und verbinden diesen Prozess mit zeitgenössischen Fragestellungen an ihre eigene Generation, die fragil und offen an einer neuen Schwelle zu stehen scheint: zwischen Gender Studies and Culture Clash...

quelle neuer sächssicher kunstverein