Moderner Tanz |

Gemischter Ballettabend Dresden Frankfurt Dance Company – HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste | Alle Veranstaltungen

 

William Forsythe - One Flat Thing, reproduced 
One Flat Thing, reproduced beginnt mit einem Brüllen. Kantigen Eisschollen gleich fliegen zwanzig Tische nach vorne und werden Oberfläche, Untergrund und Himmel für einen wilden Schwarm von Tänzern. Eine Meute von Körpern tobt voller Eifer, peitscht messerscharf in gefährlichen Verflechtungen, mit rasender Intelligenz. Thom Willems Musik beginnt leise und schwillt langsam an zu einem Orkan, der die Tänzer zum Ende hin schleudert, ihre Körper heulen in einem unersättlichen, detailgenauen Gewitter. 

Rafael Bonachela - Lux Tenebris (Europapremiere) 
“Licht in der Dunkelheit. Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Auseinandersetzung damit, wie die Musik klingen sollte. Ich habe mit Nick Wales beim Komponieren zusammengearbeitet, habe an diesem Prozess mitgewirkt, um ihn emotional zu erfassen. Ich wollte Kontrast und viszerale Kanten. Ich war am Ungewohnten und Industriellen interessiert. Ich wollte eine instinktive Verbindung zwischen den Menschen evozieren und die Spannung hervorbringen, die aus diesen Interaktionen entsteht: Menschen kommen miteinander in Berührung, bewegen sich in den Fokus und das Licht und wieder heraus, manchmal direkt geblendet oder seitlich in den Rand des Schattens schauend. Der Einfluss von Licht und Dunkelheit auf unsere Stimmungen, unsere Erinnerungen an bestimmte Zeiträume in unserem Leben - das körperliche Gefühl von Licht und Dunkelheit, überlagert mit den emotionalen Verbindungen zu diesen gegensätzlichen Welten - waren treibende Kräfte in der Arbeit. Meine Kollegen haben zum Ergebnis enorm viel beigetragen. Ben Cisternes Design löst eigene Evokationen aus. Intime Räume werden vom größeren Ganzen abgegrenzt oder durch Schattenränder zusammen gehalten, die durch die Glühbirnen erzeugt werden. Ich war besonders an den Übergängen der Zwischenräume an diesen Rändern interessiert, dem Übergang zwischen dem pechschwarzen und dem gebündelten Licht. Die Tänzer sind stets meine treuen Mitarbeiter. Bevor irgendeine Bewegung ins Spiel kam, lud ich sie ein, sich kreativ auf die Partitur einzulassen, auf welche Weise auch immer sie wollten. Einige reagierten mit Zeichnungen, andere mit Poesie, wieder andere mit Prosa. Diese anfänglichen Reaktionen wurden Teil des Prozesses und der Schöpfung. Die Tänzer bringen etwas Persönliches von sich ein. Sie bringen ihre Erfahrungen in das Studio, das Vertrauen, das wir als Ensemble haben, erzeugt seine eigene Authentizität und Offenheit. Dafür bin ich sehr dankbar.” (Rafael Bonachela)

quelle hellerau.org