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Goette liest Bernhard – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

 

Goette liest Bernhard


Anlässlich der Inszenierung von Thomas Bernhards „Alte Meister“ (Regie: Anton Kurt Krause) in der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, liest ­Albrecht Goette, der in besagter Inszenierung den Musikphilosophen Reger spielt, weitere Texte des österreichischen Erzählers und Dramatikers. 

15.12.2016 20:00
Details www.staatsschauspiel-dresden.de
Alle in Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus
Albertplatz (Bus 261, 305, 326, 328; Tram 3, 6, 7, 8, 11)
15/12/2016 20:00 15/12/2016 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Goette liest Bernhard („Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft“) Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus 38 DD/MM/YYYY
 

„Ein Kind“

„Ein Kind“ erschien 1982 und ist der letzte Band des außergewöhnlichen autobiografischen Zyklus’ Thomas Bernhards. In dem Buch beschreibt er seine früheste Kindheit in den Niederlanden, wo er 1931 als uneheliches Kind geboren wurde. In nicht chronologischer Abfolge reiht er die Erinnerungen an diese prägende Zeit aneinander: der Fluchtversuch von seiner Mutter, die ihn stets für ihr eigenes Unglück verantwortlich gemacht hat; die ersten qualvollen Auseinandersetzungen mit Schule und nationalsozialistisch geprägten Erziehungsinstitutionen und die innige Beziehung zu seinem Großvater u. a. „Nur aus Liebe zu meinem Großvater habe ich mich in meiner Kindheit nicht umgebracht“, bekennt Thomas Bernhard rückblickend auf diese Zeit. 

„Holzfällen. Eine Erregung“

Zum künstlerischen Abendessen des Mäzenatenpaares Auersberger eingeladen, rechnet der Ich-Erzähler mit der gesamten Wiener Kunstszene ab. Er tut dies mit Akribie, Sarkasmus und bitterer Selbstironie. Zur Zielscheibe seines Spotts avanciert vor allem der Burgschauspieler, der die Tischgesellschaft mit endlosen Monologen über sich und seine Schauspielkunst traktiert. Aber nichtsdestotrotz: Man harrt aus an der Tafel und lässt das anstrengende Dinner ebenso über sich ergehen wie das nervtötende Ritual des Sehens und Gesehenwerdens, denn man ist auf Gedeih und Verderb ein Teil dieser Welt … Bernhards Schlüsselroman löste bei seinem Erscheinen 1984 einen Skandal aus, weil sich darin alles porträtiert fand, was in der Kulturszene Rang und Namen hatte. Der Roman ist eine tosende Abrechnung mit der feinen Wiener Gesellschaft, dem Künstlertum und dem Theater, der in den satirisch-sarkastischen Übertreibungen eine alles zersetzende Komik gewinnt.

„Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft“

„Wittgensteins Neffe“ ist die Geschichte einer Freundschaft, mit der Thomas Bernhard seine Autobiographie in die Jahre 1967 bis 1979 fortführt. Bei einem Sanatoriumsaufenthalt vertieft sich seine Freundschaft zu Paul Wittgenstein, die mit leidenschaftlichen Diskussionen über Musik begonnen hatte. Der Mathematiker Wittgenstein, der Neffe Ludwig Wittgensteins, leidet seit seinem 35. Lebensjahr an einer Nervenkrankheit. Als Mitglied einer der reichsten Familien Österreichs anfangs finanziell unabhängig, verschenkt er sein Vermögen unbekümmert an andere, bis er selbst in Armut abgleitet und in seinen letzten Lebensjahren mehr und mehr vereinsamt. Nur mit seinem Freund Thomas Bernhard bleibt er verbunden, und dessen Notizen werden zum Bericht der Sterbegeschichte des Paul Wittgenstein. Zwölf Jahre hindurch hat Bernhard das Sterben seines Freundes beobachtet. Und durch diese Beobachtung hat sich auch die Selbstbeobachtung verschärft – so dass durch den Porträtierten auch der Porträtist starke Konturen gewinnt.

Quelle: staatsschauspiel-dresden