• Startseite
  • Veranstaltung
  • HERR JENSEN STEIGT AUS nach einer Inszenierung des Nationaltheates Weimar
Kultur
Kalender
Dresden
und
Umgebung
Schauspiel |

HERR JENSEN STEIGT AUS nach einer Inszenierung des Nationaltheates Weimar – Societaetstheater | Alle Veranstaltungen

 

HERR JENSEN STEIGT AUS

(nach dem Roman von Jakob Hein | in einer Bühnenfassung von Christoph Mehler und Julie Paucker)

„Man sollte arbeiten gehen. Man sollte eine Frau oder zumindest häufig Sex haben. Man sollte viele Freunde haben. Man sollte die aktuelle Mode kennen. Man sollte Ahnung von Musik haben. Man sollte fröhlich sein. Man sollte Geld haben. Man sollte schön sein. Man sollte etwas mit sich anfangen. Man sollte Träume haben.“

16.12.2016 20:00
Details www.societaetstheater.de
Alle in Societaetstheater
Albertplatz (Bus 261, 305, 326, 328; Tram 3, 6, 7, 8, 11)
Neustädter Markt (Tram 4, 8, 9)
16/12/2016 20:00 16/12/2016 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de HERR JENSEN STEIGT AUS nach einer Inszenierung des Nationaltheates Weimar Societaetstheater 38 DD/MM/YYYY
 

 

Herr Jensen ist Briefträger bei der Post. Was vor Jahren als Studentenaushilfsjob begann, ist nun jene Arbeit geworden, mit der er sich seine Brötchen verdient. Sein Studium ist irgendwann auf der Strecke geblieben. Aber das macht Herrn Jensen nichts aus. Eigentlich ist er zufrieden mit seinem Leben.
Da trifft ihn die „betriebsbedingte Kündigung“ wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Herr Jensen versteht die Welt nicht mehr, denn plötzlich muss er ins Jobcenter, obwohl ihm gesagt wird, dass es keine Arbeit für ihn gäbe. Er muss Umschulungen besuchen, die ihn „fit for Gastro“ machen sollen, wo er doch nichts anderes sein möchte als ein Postbote, der früh durch die Straßen zieht und Postkästen füllt und leert.
Extreme Situationen bringen selbst so unauffällige Zeitgenossen wie Herrn Jensen auf extreme Gedanken. Beschäftigungslos, wie er jetzt ist, beginnt er sich intensiv mit dem Zustand der Beschäftigungslosigkeit zu beschäftigen und entdeckt dabei verblüffende Tätigkeiten: zum Beispiel analytisches Fernsehen. Dass Herr Jensen am Ende seines Selbstversuchs seinen Guckkasten aus dem Fenster wirft, ist Resultat seiner gründlichen Analyse, genauso wie die Diagnose, dass er nicht das ist, was gesellschaftlich als „normal“ gilt. Diese Erkenntnis weckt seinen Widerstand. Herr Jensen erteilt der Welt, die ihn in ihre Funktionsschemata einbauen will, eine entschiedene Absage. Er steigt aus.
Jakob Hein erschafft mit seiner Erzählung das komischtraurige Porträt eines Außenseiters, das uns mit der Frage zurück lässt, wer eigentlich hier versagt: Herr Jensen oder das System, dem er sich so entschieden verweigert?

Quelle: Societätstheater