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Historische chinesische Tapetenbahnen im Kaffeezimmer des Neuen Palais Pillnitz – Schloss & Park Pillnitz Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Teile der originalen Ausstattung und wertvolle chinesische Tapetenbahnen sind in das Chinesische Kaffeezimmer von Schloss & Park Pillnitz zurückgekehrt.  Zu sehen als Interimsausstellung in der Dauerausstellung des Pillnitzer Schlossmuseums.

Das Chinesische Kaffeezimmer wurde um 1890 unter König Albert und Königin Carola im Neuen Palais von Schloss Pillnitz eingerichtet und vereinte chinoise Elemente mit Formelementen des Jugendstils. Es musste jedoch 1947 wegen der Unterbringung der Dresdner Gemäldegalerie abgebaut werden. Dabei gingen vermutlich alle Stühle und die Ecksofas verloren, viele Kunstgegenstände und Teile des Originalinterieurs wurden in den Depots verschiedener Museen eingelagert.

Seit Ende August sind Teile der erhalten gebliebenen Ausstattung in dem originalen, noch unrestaurierten Raum im Neuen Palais zu sehen: Darunter befinden sich neun kostbare Tapetenbahnen mit detailreichen Drachenbootrennen- und Jagdszenen, die nach ihrer Konservierung wieder in ihrer ursprünglichen Farbenpracht zu sehen sind. Die auf Leinwand doublierten Papierbahnen bestehen aus Maulbeerbaum- und Reisstrohfasern und waren ursprünglich als riesige Panoramatapete angelegt. Die Tapeten stammen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden vermutlich in den Studios von Anthonij oder Seequa in Kanton (Südchina) bemalt.

Zwei chinesische Teller mit den dazugehörigen Wandkonsolen und ein Tisch aus dem historischen Kaffeezimmer ergänzen die interimistische Ausstellung. Schlossleiterin Sybille Gräfe zeigt sich optimistisch: „Weitere Ausstattungsgegenstände werden in den kommenden Jahren restauriert und sollen nach der Sanierung des Neuen Palais in den 2020er Jahren gezeigt werden.“ Die gegenwärtige Präsentation sei ein erster Schritt und ein spannender Ausblick in die Zukunft des Neuen Palais, so Gräfe.

Ein Modell des historischen Kaffeezimmers, das vom Verein Arbeit und Lernen Dresden e. V. über Monate hinweg gefertigt wurde, vermittelt dreidimensional und in Farbe, wie das Chinesische Kaffeezimmer einmal ausgesehen hat. Als Vorlage für das Modell dienten historische Schwarz-Weiß-Fotografien aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Verbindung mit alten Inventarverzeichnissen, die eine detaillierte Beschreibung des Interieurs enthalten. Das Modell zeigt die ursprüngliche Ausstattung des Raumes mit Mobiliar, Tapetenbahnen, Wandkonsolen und Porzellanen.

In der nun erweiterten Dauerausstellung wird am Beispiel des Chinesischen Pavillons des Pillnitzer Schlossparks das Thema „Chinoiserie“ näher beleuchtet. Kostbare kunsthandwerkliche Originale aus China, wie Teedosen mit Alltagsszenen, Vasen mit Tierdarstellungen, Teller und Tabletts mit Drachendarstellungen und Bootsmotiven ergänzen diesen Ausstellungsbereich. „Ein besonderer Dank gilt den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Schloss Lichtenwalde“, so Museologin Iris Kretschmann, „denn die zur Verfügung gestellten chinesischen Porzellane mit den exotischen Darstellungen lassen uns gut nachvollziehen, aus welchem Fantasie-Schatz die europäischen Fürsten- und Königshäuser ihre Vorstellungen von China nährten und auf die chinoise Mode Europas übertrugen.“

Quelle: Schloss & Park Pillnitz