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IM WEISSEN RÖSSl - Operette von Ralph Benatzky


"Die ganze Welt ist himmelblau" singt die Berliner Urlauberin Ottilie ihrem frisch verliebten Anwalt Otto ins Ohr. Leopold, der Zahlkellner des mit einem Schimmel werbenden Nobelhotelsam Wolfgangsee, mahnt dagegen seine die Rechnung trotz Drohbewölkung aussitzenden Gäste "Wenn es hier mal richtig regnet, ja da regnet es sich ein". Das Salzkammergut scheint für Wetterkapriolen jeglicher Art der rechte Ort. Das Sankt Wolfgang der Operettenseligkeit aber ganz bestimmt, denn hier bekommt der Kaiser seiner allergnädigste Buttersemmel geschmiert und das luftig lifpelnde Klärchen ihren an seiner Schönheit völlig unschuldigen Sigismund "mit ohne Haare". Ein Spreeathener Hemdhosenfabrikant erhält das eingeklagte Patent mit der rückwärtigen Knopfleiste gratis als Zugabe zum Anwaltsschwiegersohn und ein reiselustiger aber poetenarmer Gute-Laune-Professor sein herrliches Dampfrossfinale. Kein weißes natürlich - das gibt es für die drei Liebespaare im Rössl, die sich finden, streiten, versöhnen und ... Essamussawassa Wunderbares sein ...“!
So wunderschön kann die heile Welt sein, selbst für den Arbeitnehmer, der sich in seine Arbeitgeberin verguckt hat und von dieser als Strafe für seinen Individualstreik in die lebenslange Anstellung als Ehemann entlassen wird. Der Kellner Leopold ist sentimentale Lebenslust pur. Selbst wenn er gesteht "Zuschau‘n kann i net ..." meint er eigentlich: Zuschaun‘ muss man schon - bei dem ernsthaft doppelt heiteren Bonzai-Rössl in der Fassung "Bar jeder Vernunft" mit kleiner Band und großem Spiel. Ralph Benatzky ließ sich die sein Singspiel vervollständigenden Titel aus Berlin mit dem Nachtzugschaffner ins Salzkammergut bringen, denn "da kammer gut ..." komponieren.

Quelle: Theater Meissen