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„In Memoriam“ – Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (Musikhochschule) | Alle Veranstaltungen

 

Programm: „In Memoriam“
Texte von Nora Gomringer
Paul Aron: „In Memoriam“ Drei Songs für hohe Stimme und Orchester (New York 1947)
Iris ter Schiphorst (www.iris-ter-schiphorst.de): An den Stränden der Ruhe.... 'wo die Sonne untergeht' (UA)
Paul Aron: Four Ostinatos (New York 1949)
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 1 B-Dur „Frühlingssinfonie“
 
Ausführende:
Landesjugendorchester Sachsen
Rezitation: Karina Plachetka
Solistin: Salome Kammer
Dirigent: Prof. Milko Kersten

In Memoriam - Drei Lieder für hohe Stimme und Orchester von Paul Aron werden das Konzert des LJO Sachsen als ein poetisches Gedenken an den 9. November 1938 eröffnen.  Doch Gedenken und Erinnern bedeuten für Prof. Kersten wesentlich mehr als "nur" an das Vergangene zurückzudenken. "Erinnern bannt noch nicht die Gefahr", schreibt er in seinem Programmentwurf. Er möchte mit diesem besonderen  Projekt mehr erreichen: Es soll zum Weiterdenken und Handeln anregen. Besonders die Uraufführung soll wachrütteln und das Publikum sowie die teilnehmenden Jugendlichen zur Entwicklung einer eigenen Moral und Ethik ermutigen. Milko Kersten betont: "Die junge deutsche Generation trägt keine Schuld an den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit, hat sich aber der Verantwortung für die Gegenwart zu stellen". Das betrifft auch aktuelle Problematiken wie die europäische Flüchtlingspolitik und den Umgang der Bevölkerung mit der Aufnahme dieser "Fremden". Denn es geht nicht um "die" und "uns" - sondern um Menschen, die alle ein Recht auf Leben haben. Mit der Uraufführung soll den Jugendlichen kreative Energie für neue Ansätze gegeben werden, um mit mehr Offenheit, Toleranz und Solidarität agieren zu können.

Die Dichterin Nora Gomringer und die Komponistin Iris ter Schiphorst wurden eingeladen zu diesem Thema mit den Orchestermusikern "sprachklanglich" zu improvisieren. Worte werden zu Klang und (Orchester-) Klang wird sich auch der Sprache bedienen. Mit Salome Kammer wird eine der herausragendsten Sängerinnen für zeitgenössische Musik die Lieder von Paul Aron und das neue Werk Iris ter Schiphorsts interpretieren.
Den Schluss des Programms bildet noch einmal Poesie: Die lyrische Idee des Frühlings, die Robert Schumanns Sinfonie No.1  durchzieht und zu dem populären Beinamen "Frühlingssinfonie" führte, hat vor allem eine metaphorische Bedeutung: Wiedergeburt und Aufbruch zu neuen Ufern.  Insofern hat die Musik Schumanns an diesem Abend keine Alibifunktion, sondern schafft durch seine innere Verbindung zu den Werken des ersten Teils einen Bogen für das "im Gedenken an..." betitelte Herbstprogramm.

Seit 1992 bietet das Landesjugendorchester Sachsen talentierten sächsischen Nachwuchsmusikern zwischen 14 bis 26 Jahren die Möglichkeit, unter professioneller Leitung projektweise die Arbeit in einem großen Orchester kennen zu lernen. Dabei haben die Jugendlichen die Chance, zu einem großen gemeinsamen Klang und zu einem Sinfonieorchester zusammenzuwachsen. Sie lernen Timing, Zusammenspiel, Interpretation und vieles mehr. Prof. Milko Kersten, Orchesterpädagoge am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden und freischaffender Dirigent, ist seit 2000 künstlerischer Leiter des LJO Sachsen und setzt sich besonders für das Musizieren zeitgenössischer Musik ein.
Weiterführende Informationen zum Landesjugendorchester Sachsen finden Sie auf unserer Homepage: www.saechsischer-musikrat.de/index.php?id=65
 

Quelle: Sächsischer Musikrat