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Jacqueline Merz AURAFALLEN – Sächsische Akademie der Künste | Alle Veranstaltungen

 

"Mit Blick auf den "Schwindel der Wirklichkeit" lag für mich als Malerin die Herausforderung darin, den musikalischen, szenischen und sprachlichen Installationen des Festivals zur Anästhetik in der Musik in ihrer schwindelerregenden Offenheit etwas entgegenzusetzen und in derselben Bewegung hinzuzufügen. So entschied ich mich für eine Arbeit, die in sich etwas Verschlossenes, Geheimnisvolles birgt, die AURAFALLEN.

Entstanden sind die Objekte zwischen 1999 und 2001. Eine Phase, in der ich mich unter maltechnischen Gesichtspunkten intensiv mit Yves Klein und seinem Blau auseinandersetzte: Wie könnte es gelingen, reines Pigment so auf dem Bildträger zu fixieren, dass die samtene Oberfläche, die Intensität und die Strahlkraft der Farbe erhalten bleiben?

Eine Grundierung auf Reismehlbasis führte schließlich zum Erfolg. Das Pigment sitzt fest, reagiert jedoch empfindlich auf Berührung. Und so begann ich Schutzhüllen aus Leinwand zu bauen. Durch die Öffnungen an den Körpern und dank der leichten Transparenz der geölten Leinwand entsteht eine Art optischer Sog ins Objekt hinein, auf die Farbkraft hin, die nach und nach aus den stummen "Lautsprechern" in den Raum sickert.

Die 1997 nach Texten von William S. Burroughs entstandenen Zeichnungen (Kohle, Ölkreide auf Papier) bilden den schwarzweißen, linearen, erzählerischen Gegenpol zu den in den Raum greifenden, mit der abstrakten Kraft der reinen, sich ausdehnenden Farbe spielenden AURAFALLEN." Jacqueline Merz, Oktober 2015

Quelle: SADK