Film |

Jean-Paul Belmondo in: Außer Atem – Technische Sammlungen der Stadt Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Jean-Paul Belmondo in: Außer Atem


Frankreich 1959, 88 Min
R: Jean-Luc Godard
D: Jean –Paul Belmondo, Jean Seberg

Als Ende der 50er Jahre in Frankreich ein junges, aufregend neues Kino das Establishment aufschreckte, waren sie das Traumpaar dieser Nouvelle Vague: Jean-Paul Belmondo als verliebter Autodieb Michel, ein trotzig dreister Junge mit dicker Lippe und gebrochener Nase, der einen coolen Typen á la Humphrey Bogart mimt, und an seiner Seite: Patricia, die amerikanische Studentin in Paris, gespielt von Jean Seberg.
Der Film erzählt die Geschichte eines Kleinkriminellen in der Sprache des amerikanischen Genre-Kinos der 40er Jahre – Film-Noir wurde das dann später genannt. Die Story stammt von François Truffaut, Godards damaligem Freund und Kollegen bei der Cahiers du cinema. Und der Film war ein grandioser Erfolg – wegen Belmondo und wegen der Art, wie das Thema behandelt wurde. Es faszinierte weniger, was erzählt wurde, sondern wie es erzählt wurde.
Godard brach mit allen Regeln des französischen „Qualitätskinos“. Ein Drehbuch gab es nicht. Godard ließ improvisieren, stellte dramaturgische Muster auf den Kopf und ließ ab und an Belmondo zum Publikum sprechen: „Wenn sie das Meer nicht mögen, wenn sie die Berge nicht mögen, wenn sie die Stadt nicht mögen – dann können sie mich mal.“
Viele der Neuerungen, die der Film seinerzeit auf die Leinwand brachte, sind in der Zwischenzeit längst zum festen Bestandteil des kommerziellen Kinos geworden. Wenn Michel am Ende Grimassen schneidend auf der Straße liegt und dem Zuschauer seinen berühmten letzten Satz „Du bist wirklich zum Kotzen!“ zu Patricia haucht, dann mag er mit seinem Traum, das Kino auf das Leben zu übertragen, tödlich gescheitert sein. Die Unsterblichkeit einer Kino-Ikone dagegen war ihm sicher.

Quelle: tsd.de