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KLÄNGE DER MACHT – FRIDERICUS DUX SAXONIAE – Dreikönigskirche Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Klänge der Macht - Fridericus dux Saxoniae
Konzert zum Heinrich Schütz Musikfest. Internationales Heinrich- Schütz- Fest
 
Fridericus dux Saxoniae
Josquin Desprez: Missa Fridericus dux Saxoniae und
deutsche Psalmmotetten von Thomas Stoltzer, Valentin Rab, Lukas Bergholz, Johann Reusch u.a.
Sächsisches Vocalensemble
Instrumenta Musica
Dorothea Wagner, Sopran
Stefan Kunath, Alt
Christian Lutz, Tenor
 
Leitung Matthias Jung
 
Josquins ursprünglich für Ercole d'Este I. von Ferrara komponierte Soggetto-cavato-Messe Hercules dux Ferrariae mit ihrem aus den Silben des Herrschernamens gebildeten Thema gilt als das Hauptwerk "politischen" Musizierens um 1500 schlechthin. In zahlreichen Modifikationen und Anpassungen an andere europäische Herrscher (u.a. Philipp den Schönen und Ottheinrich von der Pfalz) überliefert und so zugleich Einheit stiftendes musikalisches Symbol der Herrscherelite des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, steht die Version für Friedrich III. (den Weisen) mit ihrem zu "Fridericus dux Saxoniae" modifizierten Soggetto und Text aus dem Prachtchorbuch 3 der Jenaer Universitätsbibliothek im Zentrum des Konzerts. Der Messkomposition werden deutschsprachige Psalmvertonungen mitteldeutscher Komponisten in der Tradition Thomas Stoltzers (u.a. Johann Reusch, Valentin Rab, Ulrich Brätel, Wilhelm Breitengraser) gegenübergestellt, die ihrerseits die politischen Geschehnisse zwischen der Confessio Augustana (1530) und dem Augsburger Interim (1548) und das zumeist unglückliche Agieren der Nachfolger Friedrichs III. bei den (teils) kriegerischen Auseinandersetzungen musikalisch reflektieren.
Das Programm stellt mithin zwei grundlegende Säulen mitteldeutschen "politisch-propagandistischen" Musizierens unter dem Blickwinkel der fürstlichen Hauptakteure zwischen 1500 und 1550 vor: hier die vorreformatorische Repräsentationsmesse des sog. "alten"  Wittenberger Repertoires; dort die deutschsprachigen, gleichfalls politisch motivierten Bekenntnismotetten von Anhängern der jungen evangelischen Konfession, die letztlich auch in ihrer musikalischen Struktur und unterschiedlichen Besetzung einen reizvollen Kontrast zur Polyphonie Josquins bilden.

Quelle. Dreikönigskirche