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Lesereihe Flucht und Vertreibung Vortrag mit Dr. Elisabeth Fendl, Freiburg/München – Literaturhaus - Villa Augustin Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Mit der größten Migrationsbewegung seit dem 2. Weltkrieg erreichen Deutschland nicht nur Millionen von Flüchtlingen, sondern ebenso ihr Gepäck, welches in den Erzählungen vom Wegmüssen und Ankommen großen Raum einnimmt. Eine Großzahl der geretteten Erinnerungsstücke aus der alten Heimat gewinnen für die Besitzer nicht selten an unvorstellbarem Wert, sind sie doch oftmals das einzige Andenken an das auf unbestimmte Zeit verlassene zu Hause. Über ihre Materialität hinaus verweisen sie außerdem auf ihren ehemaligen Nutzen, auf Ort und Zusammenhang ihrer Entstehung und ihren früheren Verwendungszweck.
Dieser symbolisch geladene Umgang mit materiellem wie immateriellem Gepäck lässt sich nicht nur zum Verständnis historischer, sondern auch gegenwärtiger Migrationen nutzen. Beraubt man alltäglichen Gegenständen ihrer Selbstverständlichkeit, so können sie eine völlig neue Bedeutung entwickeln – Spuren der „alten Heimat“ und die historischen wie gegenwärtigen Möglichkeiten ihrer gesellschaftlichen und politischen Mobilisierung.
 
Elisabeth Fendl berichtet aus ihren Forschungen zum Thema Erinnerungskultur der Heimatvertriebenen und deren symbolischem Umgang mit materiellem wie immateriellem Gepäck. Dabei wird im Vortrag auch auf die Umsetzung der Thematik im geplanten Sudetendeutschen Museum eingegangen werden.
 
Elisabeth Fendl absolvierte von 1989 bis 1990 ihr Studium der Volkskunde und Kunstgeschichte in Regensburg und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Johannes-Künzig-Institut in Freiburg. Die promovierte Volkskundlerin ist seit 2013 Gründungsbeauftragte für das Sudetendeutsche Museum in München und befasst sich in besonderem Maße mit der Integration und der Erinnerungskultur Heimatvertriebenen.

Quelle: Literaturhaus Villa Augustin