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Liebe nach Fahrplan – Programmkino Ost (PKO) | Alle Veranstaltungen

 

Die tschechoslowakische Filmkomödie aus dem Jahr 1966 handelt von einem Heranwachsenden, der während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg auf einem Bahnhof arbeitet. Sie wurde 1968 mit dem OSCAR für den besten ausländischen Film geehrt.

Die Geschichte spielt in einer winzigen, verträumten Bahnstation irgendwo in Böhmen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Gemeinsam mit dem Stationsvorsteher, der Kaninchen und Tauben züchtet, und dem Fahrdienstleiter Hubièka, der nichts als Frauen im Sinn hat, versieht hier der Hrma als Bahnamtsanwärter seinen recht gemütlichen Dienst. Hrma ist noch sehr unbeholfen und schüchtern. Jede Frau bringt ihn in große Verlegenheit. Deshalb bewundert er das selbstsichere Auftreten von Hubièka. Als der Junge von der Schaffnerin Má¹a zu einem Onkel mitgenommen wird und mit ihr dort gemeinsam die Nacht verbringen soll, versagt er völlig. Nach einem Selbstmordversuch und psychiatrischer Behandlung findet Hrma langsam zu sich selbst. Ein Schäferstündchen mit einer Widerstandskämpferin stärkt so sehr sein Selbstbewusstsein, dass er einen deutschen Munitionszug in die Luft sprengt, wobei er ums Leben kommt.
Knapp 30jährig erhält Jiøí Menzel für sein Debüt nach dem Roman von Bohumil Hrabal 1967 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Newsweek verneigt sich vor Menzels „Geschmack, Phantasie, Einfachheit und Zartheit", die „die meisten amerikanischen Regisseure zutiefst beschämen sollte", während der bundesdeutsche Filmdienst 1968 entsetzt ist ob des „derben, mit schwüler Erotik vollgestopften Volksschwanks". Ewald Schorm und Vera Chytilová, Protagonisten der tschechischen Neuen Welle, hatten die Verfilmung der Novelle von Bohumil Hrabal abgelehnt, in Menzel fand Hrabal dann einen Seelenverwandten: einen kongenialen Mitstreiter um Humanität und systemkritische individuelle Freiheit. 

Quelle:PKO