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LITERARISCHE ALPHABETE Milo De Angelis – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Milo De Angelis (Mailand) liest Gedichte und spricht mit Patrick Beck über die Fremdheit des Menschen in der Welt
Milo De Angelis entfaltet in seinen Gedichten den Moment in all seinen Dimensionen. Er vermag es, mit wenigen Worten die metaphysischen Tiefen eines einzigen Augenblicks aufzurufen. Er trifft das Lebensgefühl einer ganzen Generation: Fremder zu sein in einer unüberschaubaren Welt: "Sogar jetzt ... nur / Angst den Faden zu verlieren." Auch wenn die Gedichte zum Teil ganz konkret in den Randgebieten von Mailand verortet sind, etwa vor einem Einkaufszentrum oder auf Sportplätzen, so sind die Momente an diesen Orten doch wesentlich auch Schnittpunkte zwischen Diesseits und Jenseits, Ich und Welt, Vergangenheit und Zukunft. Die Gedichte zeigen eine immer mehr in Vergessenheit geratene Selbstverständlichkeit: Das Reale ist das Transzendente.
Milo De Angelis, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter Italiens, wurde 1951 in Mailand geboren, studierte italienische Literatur und Philologie in Mailand und Montpellier. Bis heute schrieb er acht Gedichtbände, der erste erschien 1975. Auch als Übersetzer aus dem Lateinischen (Vergil) und aus dem Französischen (Racine, Baudelaire, Blanchot) ins Italienische zeichnete sich Milo De Angelis aus. Der - lang erwartete - erste ins Deutsche übersetzte Gedichtband "Alphabet des Augenblicks" mit einer Auswahl der Gedichte Milo De Angelis erschien vor zwei Jahren. Milo De Angelis erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Premio Viareggio und den Premio Stephen Dedalus.

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