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Macht, Gewalt und Heroismus in "Game of Thrones" – Militärhistorisches Museum | Alle Veranstaltungen

 

Die Romanadaption „Game of Thrones“ des Kabelsenders HBO gehört zu den aufwendigsten, aber auch erfolgreichsten TV-Serien der Gegenwart. Sie wird von der Kritik gefeiert und in der Wissenschaft als populäres Phantasma des Mittelalters untersucht. Immer wieder werden Bezüge zu den historischen Rosenkriegen des 15. Jahrhunderts hervorgehoben, zudem rühmt man den Realismus der Serie im Gegensatz zur übrigen audiovisuellen Fantasy.

Anders als in dieser Perspektive wird der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Lars Koch „Game of Thrones“ als gesellschaftliche Selbstbeschreibung unserer westlichen Gegenwart lesen. Die Serie, so der Ausgangspunkt seiner Überlegung, fungiert als eine Parallelwelt, in der hochaktuelle Fragen nach Rollenmustern und Geschlechterverhältnissen, nach Macht, Gewalt und banalen Logiken des Politischen symbolisch durchgespielt und emotional aufgeladen werden. „Game of Thrones“ erzählt damit nur sehr beschränkt von einer weit zurückliegenden Vergangenheit, verrät aber viel über das politische und soziale Unbewusste der Gegenwart.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Tagung "Brüchige Helden - Brüchiges Erzählen" an der TU Dresden

Quelle: MHMD