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MARTIN KOHLSTEDT (D) – Societaetstheater | Alle Veranstaltungen

 

MARTIN KOHLSTEDT (D) NACHT

Martin Kohlstedt wollte erst Erfinder werden, dann Astronaut, später Physiker, entwickelte interaktive Märchen, Science-Fiction-Hörbücher und Pflanzenroboter. Nun ist er Musiker und hat Solo Piano-Alben aufgenommen. Und das war eine gute Entscheidung. Sein Erstling mit dem Titel “Tag” ist ein Rückzugsort, ist Sehnsucht, ist Verbreitung von Erlebtem, ist filmhaftes Schauspiel und Drang nach Definition und Erklärung.
Nach Unterricht in interaktivem Klavier, Filmmusiken, Verbindungen in Projekte des Erfurter Zughafens und Expeditionen in elektronische Musik mit dem Kollektiv Marbert Rocel und Karocel ist “Tag” die erste Solo Veröffentlichung von Martin Kohlstedt im Mai 2013. Ein intimer Einblick in die Nächte des Musikers. Reduziert auf Klavier, entstehen Landschaften und skizzenhaft gemalte Kompositionen. Der extrem minimale Ansatz, die Schönheit in den detailverliebt arrangierten Figuren, die karge mathematische Ausformung einzelner Sequenzen werden zum Sog. 

“Tag” ist Zeitraffer und Super Slow Motion zu gleichen Teilen.
Nach Festivalauftritten bei der FUSION, dem MELT und unzähligen anderen spielte er bereits in angesagten Clubs wie dem CONNY ISLAND in Leipzig oder dem E-Werk in Weimar. 2014 ist sein zweites Album "NACHT" fertig geworden und er knüpft fast nahtlos an den Vorgänger an.
Unmittelbar tastet sich Martin Kohlstedt in den Körper aus Holz, Filzhämmern und Stahlsaiten vor. Der Komponist arbeitet hart an sich selbst und zieht sein Publikum unweigerlich mit. Persönlicher können moderne Kompositionen nicht werden.
Für den dritten Teil seiner aktuellen Tour lässt Martin Kohlstedt den Schemel nun teilweise hinter sich, der für das Album ”Nacht” (2014) die vertraute Position war. Der junge Komponist sprengt den Holzkorpus auf und tritt aus dem akustischen Tasten-Kreis, um ihn von außen mit Effekten und Loops unter Strom zu setzen. Das Ergebnis lässt die eine oder andere Grenzerfahrung erwarten — für Künstler und Publikum gleichermaßen. Martin Kohlstedt lotet so jenseits von White Noise und Druckluftschlössern die Sprache des Pianos auf jedem Konzert verschieden aus. In seinem neugewonnenen Freiheitsdrang wird den eigenen Aussagen endlich die verdiente Maßlosigkeit zugestanden.
Quelle: Societätstheater