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Motetten der Empfindsamkeit

Aus heutiger Sicht liegt die Vermutung nahe, dass die Motetten Johann Sebastian Bachs den Gipfelpunkt und das Ende einer musikalischen Gattung markierten. Dabei harrt eine Vielzahl jüngerer Kompositionen aus den Reihen der Generation nach Bach unserer Wiederentdeckung. Die Gattung erlebte eine neue Blüte, und es war die erste Tat des neu gewählten Thomaskantors Hiller, die Motetten des Florilegium aus den Gottesdiensten zu verbannen und durch neue Motetten zu ersetzen. Er griff dabei auf seine eigene Sammlung zurück, für die er die Werke dieser jungen Motetten-Generation zusammengetragen hatte. Hillers Auswahl enthält ein vielfältiges und reiches Repertoire, vom schlicht-schönen Strophenlied bis zum Chor-Bravourstück. Die Hauptmeister der Sammlung Hillers sind der Dresdner Kreuzkantor Gottfried August Homilius und der Magdeburger Musikdirektor Johann Heinrich Rolle, die zu Recht als die wichtigsten Motettenkomponisten der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gelten können. Viele der weiteren Komponisten gehören dem sächsischen Umfeld Hillers an. Es sind häufig Komponisten, die heute kaum noch dem Namen nach bekannt sind, aber mit den Beiträgen in Hillers Sammlung ihr kompositorisches Können beeindruckend unter Beweis stellen: Der frühere Thomaskantor Gottlob Harrer, der Dresdner Annenorganist Christoph Ludwig Fehre, der Meißner Kantor Johann Gottfried Weiske, der Merseburger Kantor Christian Friedrich Penzel sowie Homilius’ Dresdner Amtsvorgänger Theodor Christlieb Reinhold. Nicht zum sächsischen Umfeld Hillers gehört der bereits 1759 verstorbene Berliner Kapellmeister Carl Heinrich Graun, der die Aufnahme in die Sammlung sicher seiner überregionalen Bekanntheit verdankte.

Sächsisches Vocalensemble
Leitung: Matthias Jung

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