Lesung |

MIHÁLY VAJDA – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Der ungarische Philosoph Mihály Vajda liest aus seinem Band "Meine Gespenster. Essays zur Zeitgeschichte" (2016) und diskutiert mit dem Dresdner Autor Patrick Beck

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Das Leben des ungarischen Philosophen Mihály Vajda nimmt sich aus wie eine Fahrt in der Geisterbahn durch die politische Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Der 1935 Geborene überlebte als Sohn assimilierter Juden den Holocaust in Budapest. Dort studierte er zunächst Chemie, dann Marxismus und schließlich Philosophie. Ende der 1950er-Jahre gehörte er zum engen Kreis um Georg Lukács. In den 1970er-Jahren erhielt er als ideologischer Abweichler Unterrichts- und Publikationsverbot. Nach Gastprofessuren in Deutschland und den USA wurde er 1989 in Ungarn offiziell rehabilitiert und zum Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Das ist der biografische Hintergrund seines Buchs "Meine Gespenster. Essays zur Zeitgeschichte (Passagen Verlag, Wien, 2016)," in dem Vajda die begrifflichen Verknüpfungen von Geist, Gespenst und Geschichte reflektiert. Bei Marx geht bekanntlich das Gespenst des Kommunismus in Europa um, während Hegel und Heidegger mit ihren ganz eigenen Geistern zu kämpfen haben. Vajda resümiert: „Leben heißt Ringen mit den Gespenstern. (…) Welt ist immer geistige Welt. (…) Wir können nicht nur wir selbst sein. Unser Selbst ist auch ein an deres. Wir müssen das Andere, die Gespenster, in uns tragen.“ Andere Essays beschäftigen sich mit dem Wesen des Judentums, der Wahrheit und dem Denken. Das Vorwort zu dem Band schrieb der inzwischen verstorbene ungarische Autor Péter Esterházy.

quelle dhmd.de