Schauspiel |

Miss Sara Sampson – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

 

Miss Sara Sampson
Bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing

Sara verlässt ihren Vater und brennt mit ihrem Geliebten Mellefont durch. Der versteckt sich mit ihr in einer Absteige, kann sich aber nicht entschließen, nun auch den nächsten Schritt zu tun und Sara zu heiraten. Die Wochen vergehen. Sara verzweifelt, Mellefont zaudert, bis er von der Marwood, seiner verlassenen Geliebten, aufgespürt wird. Es entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte voller Leidenschaft, Hass und Begehren, an deren Ende mindestens ein liebeskrankes Herz zu schlagen aufhört.
Lessing begründete mit „Miss Sara Sampson“ die Gattung des Bürgerlichen Trauerspiels in der deutschen Dramenliteratur. Auslöser war eine Wette, der junge Dramatiker hatte 1755 behauptet: „Es ist keine Kunst, alte Weiber zum Heulen zu bringen.“ So schrieb der 26Jährige das Drama in sechs Wochen und gewann – bei der Uraufführung brach der gesamte Saal in Tränen aus. Und doch ist sein Trauerspiel mehr als ein kalkuliertes Rührstück: Lessings Personal lässt die beginnende Emanzipation von Religion und Politik spürbar werden. Individuelle Glücksansprüche befeuern ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein, eine altruistische Grundhaltung wird zur entscheidenden Kraft, wenn es darum geht, eine Ehe oder einen Staat zu führen. Lessing schickt seine Figuren in einen Kampf um Vernunft und Leidenschaft, der manchmal komisch und dann wieder tieftragisch ist.