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Niels Frevert & Band - Support: Desiree Klaeukens – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Niels Frevert & Band
Paradies der gefälschten Dinge Tour 2014

 
Red‘ nicht von Liebe, von Wahnsinn oder Schmerz. Lebe und fühle, aber plapper nicht darüber. So könnte die Prämisse lauten für
das Schaffen von Niels Frevert, dessen Lieder eigentlich von allem handeln, was das Leben großartig und grausam macht.
Das neue Album „Paradies der gefälschten Dinge” ist voll von diesen wahren Momenten, die überraschen und überwältigen. Weil
die Songs oft über den Umweg der Lüge und des Selbstbetrugs ins Innerste der Wahrheit vorstoßen. Und weil sie aus dem Alltag
und seiner Sprache direkt in den Abgrund und seinem Schrecken führen. Auf einmal ist man dann eben mitten drin, in der Liebe,
dem Wahnsinn, der Weltverlorenheit. In diesem Paradies mit doppelten Boden. Dieses Album wird Sie erst betören, dann
verstören. Und am Ende vielleicht retten.
„Paradies der gefälschten Dinge”, Frevert-Album Nummer fünf, markiert nun eine gewaltige Veränderung. Der Künstler wechselte
Plattenfirma und Konzertagentur. Gemixt wurden die Aufnahmen diesmal von Olsen Involtini (Seeed, Peter Fox), der mehr
Opulenz, aber auch gewagtere Dynamik in den Sound bringt. Großes Kino, das an Meilensteile des orchestralen Pop erinnert und
Freverts Erkundungen falscher und echter Paradiese weite, lichte Klangräume öffnet. So können die Lieder musikalisch und lyrisch
noch weitere Bögen schlagen, locken den Hörer noch tiefer in fremdes Terrain, um ihn dort mit angenehmsten Melodien und
unangenehmsten Wahrheiten zu konfrontieren.
 
 
Support: Desiree Klaeukens
 
Der Wagen steht quer auf der Autobahn, der Schlüssel steckt. Desiree Klaeukens kniet daneben und sagt: "Ich hab sie alle
erwischt, glaube ich, wenn nicht, du hast ja meine Nummer." Dann schiebt sie den Holzpflock unter den schwarzen Mantel, wischt
sich den Schweiß von der Stirn, zieht die Mütze drüber und fährt nach Hause. Auf dem Rücksitz die verschrammte Gitarre, die
Waffe, wenn sonst nichts hilft. Ich steh immer noch draußen im Niemandsland. Es wird Nacht. In der Ferne leuchtet das Bayer-
Kreuz. Ich hab Desis Lieder bei mir. "Was ich jetzt denke, willst du wissen. Was ich weiß, verrate ich nicht." Dabei hat sie viel, sehr
schnell fast alles verraten, als wir zusammen unterwegs waren.
Dass sie damals unweit von hier Autos zusammengeschraubt und nach sieben Jahren den Goldklumpen gegen eine Gitarre
getauscht hat. Wie sie später Post ausfuhr, während Neil Young ihr vorsang: "I gotta get away from this day-today running
around. Everybody knows this is nowhere." Wie sie beschloss, nur noch Musik zu machen. Und wie sie schließlich mit ihrem
Debüt, das sie in Hamburg mit einer Band, die atemberaubend schön fast nichts spielt, aufnahm, ein neues Haus im Land der
Lieder gebaut hat. Neu, weil ernster in der Verzweiflung und klarer in der Hoffnung. Keine Vorhänge, nur Licht. Keine Heizung,
nur Feuer.