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Nordic Lights – Semperoper Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Nordic Lights

Mehrteiliger Ballettabend 
Choreografien von Pontus Lidberg, Johan Inger, Alexander Ekman
 
Magische Anziehungskraft üben Nordlichter aus, die als mannigfache Leuchterscheinungen den nächtlichen Himmel erhellen. Durchzogen ist die Atmosphäre mit spannungsgeladenen, theatral wirkenden Formationen, die den Polarregionen, in denen sie meist auftreten, etwas scheinbar unerklärlich Naturgewaltiges verleihen. Aus einem nördlichen Land, das diese Phänomene kennt, stammen alle Choreografen des Ballettabends; drei Schweden, in deren Werken ebenfalls Kräfte wirken, faszinierende und teils unbegreifliche Kräfte des Tanzes: Pontus Lidbergs Initialzündung für seine Uraufführung »Im anderen Raum« ist die assoziationsreiche Liebespoesie des persischen Poeten und Mystikers Rumi aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist der Nährboden für eine intime Choreografie, die Nähe zum Zuschauer sucht und durch einen Projektionshorizont durchlässig ist wie eine Membran. Auch zu einer Membran mutiert eine solide wirkende Holzwand in Johan Ingers »Walking Mad«, die als Spielelement zugleich Trennung und Verbindung zwischen Situationen und Figuren herstellt. Bizarr, surreal, clownesk agieren die Tänzer zum »Boléro« von Ravel – doch das zunächst komödienhafte Treiben kippt und führt in Richtung Abgrund. Traditionelle Mauern einzureißen, versteht Alexander Ekman mit »Cacti«, indem Musiker eines Streichquartettes und 16 Tänzer gemeinsam sein energetisches Werk darstellen. Impulsiv bewegte Körper, die durch Schläge, Klatschen und Atmung Musik machen, Musiker, die Teil der Choreografie werden – Skurrilitäten inbegriffen: Was machen die Kakteen auf der Szene?
Quelle: Semperoper Dresden