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norway.today – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

 

norway.today

In „norway.today“ sucht die lebensmüde Julie im Chat­room nach einem Gleichgesinnten, der mit ihr in den Tod ­gehen will – darauf meldet sich August. Sie verabreden sich in Norwegen, um sich gemeinsam von einer Klippe zu stürzen. „Vielleicht liegt das wahre Glück nur in der ­Erkenntnis, sich selbst nicht mehr zu brauchen“, so August. Doch je näher der geplante Todessprung rückt, desto konkreter wird ihre Auseinandersetzung mit dem Leben. Das reale Aufeinandertreffen der beiden zwingt sie zur Konfrontation mit sich und ihrem Gegenüber, fernab des Schutzraumes der virtuellen Welt.
Ein Zeitungsartikel, der davon berichtete, dass sich im Februar 2000 ein Norweger mit einer jungen Österreicherin im Internet zum Suizid verabredete, inspirierte den Autor Igor Bauersima, die letzten Stunden der beiden Jugendlichen zu ­rekonstruieren. In einer medial gezeichneten Welt, in der Identitäten anhand von Profilen in sozialen Netzwerken erschaffen werden, verschwimmt die Grenze zwischen Schein und Sein zunehmend. „Alle tun so, als wären sie wer, und sind dabei wer ganz anderes nicht“, heißt es im Stück. Bauersima fängt das Lebensgefühl einer ganzen Generation ein. Einer Generation, die in dem ­Bewusstsein aufwächst, dass alles möglich ist, aber nichts bleibt. Dies gipfelt in dem Glauben der beiden Protagonisten, dass nur der Tod echt ist und die absolute Freiheit verspricht. 
Quelle: Staatsschauspiel Dresden