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Obscura + Revocation + Beyond Creation + Rivers Of Nihil – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Obscura GER - Relapse Records

Obscura sind die Speerspitze musikalischer Innovation in Sachen Death Metal. 2002 von Steffen Kummerer (Secrets Of The Moon, Death, Thulcandra) gegründet, sorgten sie wenig später schon als Tour Support von Suffocation für ordentliches Aufsehen. Ihr Debutalbum „Retribution“ zeigte deutlich auf, inwieweit sich die Grenzen des Genres technisch ausreizen lassen. Und so verwunderte es nicht, dass solch musikalische Ausnahmekönner wie Hannes Grossmann und Christian Muenzner (beide ex-Necrophagist) sowie Jeroen Paul Thesseling (Pestilence) das Lineup alsbald verstärkten, und die Band vom Status eines Geheimtipps zu einem der Aushängeschilder des progressiven Death Metal heran wuchs. Sie unterschrieben beim US-Label Relapse Records, wo 2009 ihr Zweitling „Cosmogenesis“ erschien, der gar in die US Billboard Charts einstieg, und ihnen die Möglichkeit verschaffte, erstmals auf Welttournee zu gehen. Zwei Jahre darauf folgte „Omnivium“, ihr bislang erfolgreichstes Release, welches ebenfalls chartete und sie gleichermaßen auf große Festivalbühnen (u.a. Summer Breeze, Hellfest, Inferno) aber auch ausgedehnte Touren mit u.a. Cannibal Corpse, Nile, The Black Dhalia Murder oder Devin Townsend führte.
 

Revocation USA - Metal Blade

Revocation, eine der spannendsten Metalbands der Gegenwart, meldet sich mit ihrem sechsten Album Ende Juli 2016 zurück. Die zehn neuen Tracks verdeutlichen die unglaubliche Musikalität des Quartetts, das in absoluter Topform mit wahnsinniger Gitarren-Zauberei, atemberaubender Fingerfertigkeit und super Songwriting überzeugt. „Great is our Sin“ vereint technisch brillanten Death Metal mit Power und Geschwindigkeit des Thrash Metal. Der Band aus Boston, die im Umfeld von Thrash-Ikonen wie Havok und 3 Inches Of Blood agiert, hört man nach über zehn Jahren Bandgeschichte nicht mehr an, dass sie sich einst zusammen fanden, um musikalisch irgendwo zwischen Guns'n Roses und Metallica ihr Unwesen zu treiben. Die musikalische Findungsphase beendet sie mit einer Kurskorrektur, die sie in extremere Gefilde lotste, und deren Fahrwasser sie nun mit größter Perfektion beherrschen. Nach Touren mit Crowbar und Cannibal Corpse sind sie auch in Europa mehr als nur ein Gehimtip und überzeugen mit einer explosiven, messerscharfen Liveshow.
 

Beyond Creation CAN – Season Of Mist

Beyond Creation aus Kanada sorgten mit ihrem Debutalbum „The Aura“ vor drei Jahren mit diesem herausragenden Mix an Härte, Melodien und technische Fähigkeiten irgendwo zwischen Bands wie Necrophagist, Atheist, Cynic oder Obscura für Aufsehen. Ihre Songs beeindrucken einerseits mit kompromissloser Härte und technischer Raffinesse, kommen bisweilen aber auch leichtfüßig und gespickt mit jazzigen Einflüssen daher. Klassische melodische Parts wechseln sich mit schwer zugänglichen Strukturen und Rhythmusverschiebungen ab, wobei eine schwarzmetallisch düstere Atmosphäre den Ton angibt.

Die Mitglieder von BEYOND CREATION sind alle hervorragend Musiker, zwei ragen dennoch heraus: Fronter Simon Girard schafft es, neben dem Spielen auf einer achtsaitigen Gitarre noch herrlich böse zu grunzen und zu keifen, und den melodischen Läufen und Tappings des Fretless-Bassisten Dominic Lapointe vermag man kaum folgen zu können, was vor allem auf dem 2014 erschienen zweiten Album „Earthborn Evolution“ deutlich wurde, auf welchem das Songwriting noch komplexer ausfiel. Wenn sie mit ihrem Debut an die Tür der Prog-Death-Oberklasse geklopft haben, haben sie mit „Earthborn Evolution“ selbige weit aufgestoßen und es sich auf dem nächsten Sofa bequem gemacht, denn sie haben nämlich anscheinend vor, länger dort oben zu bleiben.
 

Rivers Of Nihil USA - Metal Blade

Das Quintett aus Pennsylvania hebt sich musikalisch durchaus von der grauen Masse der Technical-Death-Metal-Bands ab. In der Tat passt diese Schublade gar nicht so richtig bei ihnen, denn omnipräsentes Gefrickel spielt auf ihren Alben zweifellos nicht die Hauptrolle. Auch nach längeren Gitarrensoli sucht man vergebens. Viel mehr arbeiten Rivers Of Nihil mit langatmigen sphärischen Elementen und wissen dabei wohlig melancholisch zu klingen. Das mahnt bisweilen gar an Decapitated, Morbid Angel oder vielmehr Dying Fetus und birgt einen gesunden Hauch an Brutalität.

quelle scheune.org