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Orson Hentschel / Subheim – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Orson Hentschel (GER - Denovali Records)


Der in Düsseldorf lebende Komponist Orson Hentschel, hat in jungen Jahren angefangen klassisches Klavier zu spielen, konzentriert sich mittlerweile aber auf elektronische und experimentelle Musik und Filmkomposition. Sein Debutalbum "Feed The Tape" ist stark von der klassischen Minimal Music geprägt. Besonders die Kompositionsmethoden Steve Reichs, wie Phasenverschiebungen, Looping und Imitation finden sich bei Hentschel wieder. Diese Methoden stehen nicht unbedingt im Zentrum des Geschehens, sondern lassen sich als charakteristische kompositorische Elemente innerhalb der Tracks einordnen. Der Loop, oftmals Ausgangspunkt in Hentschels Arbeiten, ist der konstante Klangteppich auf dem sich das harmonisch-melodische Material bewegt.

Auch wenn Orson Hentschel eine klassische musikalische Ausbildung durchlaufen hat, sind seine Kompositionstechniken alles andere als traditionell. So geht er nicht von einer musikalischen Idee aus, sondern von der Suche nach geeignetem Soundmaterial. Konkret liegt sein Interesse auf Sounds und Samples, die bereits in einem musikalischen oder filmmusikalischen Kontext verarbeitet wurden - Filmtonspuren, Soundtracks, Musikalben, Internet oder Sound Librarys. Er greift das Material raus und entfremdet die Audioquellen bis sein eigener Sound entsteht. Der Albumtitel "Feed The Tape" lehnt sich an dieses Prinzip an. Ein weiterer Einfluss - der weniger überrascht, wenn man weiß, dass Hentschel vorher in Wien und Dresden Musikwissenschaft studiert hat - ist mehrstimmige Vokalmusik, insbesondere der Ars Nova und des Trecento. Die beiden Stücke "Florence" und "Slow-Moving" lassen Musik aus dieser Zeit in sehr bearbeiteter Form erahnen.

Orson Hentschel als reinen Komponist zeitgenössischer Musik zu verstehen greift zu kurz, vielmehr versteht er sich selbst als Multimediakünstler. Er entwickelt seine eigene audiovisuelle Liveshow und verbindet darin Licht, Visuals und Nebel zu einer beeindruckenden Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Schlagzeuger Lukas Baumgart unterstützt das Live-Set – und zusammen mit Orson Hentschel entsteht ein Sound, dessen Energie deutlich physisch spürbar wird und den Raum auflädt. Das Set ist eine knapp einstündige Reise, die an jegliche Limits geht und das gewöhnliche Zeitempfinden ausschaltet. Hentschel verschiebt die Wahrnehmung – nicht durch bloße Lautstärke, sondern durch treibende Wiederholungen und ausgedehnte Spannungsbögen
 

Subheim

Subheim verbindet Deep Electronic mit akustischen Elementen. Die Arbeiten des in Berlin lebenden Musikers sind Collagen aus Field Recordings, sich langsam entwickelnden Drum Beats, hypnotischen Melodien und echoartigen Gesangslinien. Das Spektrum seiner Einflüsse ist weit gefächert und reicht von Ambient, Drone und Post Rock bis zu Downtempo, Lo-Fi, Trip Hop und Techno. Subheim nimmt den Hörer auf eine Klangreise durch kalte Nächte und lange Zugfahrten oder um während des Sturms darin zu versinken – für alle Schlaflosen und Einzelgänger.

quelle scheune.org