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Polnische Filmnacht: „For Being Alive – Punk from Wrocław“ – Thalia Kino | Alle Veranstaltungen

 

Regie: Tomasz Nuzban,
Musikdoku, PL 2014, 68 min, OmU

Zu Gast: Tomasz Nuzban (Regisseur), Marek Świerk und Cezary Marszewski (Drehbuch)

Die Stadt, die sich 2016 als Europäische Kulturhauptstadt bunt, kulturaffin, vielfältig und weltoffen präsentiert, sah in den Achtzigerjahren noch völlig anders aus. Im Roman „Picknick am Ende der Nacht“ von Piotr Siemion ist Breslau dunkel, neblig und riecht an allen Ecken nach Ölfarbe. War die Hauptstadt Niederschlesiens bis 1989 kulturelles Ödland? Keineswegs!

Die politisch-dadaistischen Aktionen der „Orangen Alternative“ stehen inzwischen in den Schulbüchern. Aber auch jenseits davon blühte eine Subkultur, die lange vergessen blieb und von Regisseur Tomasz Nuzban jetzt endlich wieder ans Tageslicht befördert wurde. Sein Kollektivporträt mit animierten Sequenzen, das beim 12. Neiße Filmfestival 2013 zum Publikumsliebling avancierte, zeigt den Aufstieg der Oderstadt Ende der Siebzigerjahre zu einem der Zentren der alternativen Musikszene der Volksrepublik Polen. Er spürt den Orten und Personen nach, welche die Punk- und New-Wave-Szene prägten, und zeigt die Suche verzweifelter Individualisten nach einer Lebensstrategie in einer erstarrten, bisweilen absurden Gesellschaft. Dabei stellt er immer wieder die Frage: Was ist eigentlich Punk?

Zu Wort kommen bekannte und vergessene Musiker wie Lech Janerka, Klaus Mitffoch, Krzysztof „Kaman“ Kłosowicz (Miki Mousoleum), Sedes, Maciej Maleńczuk, Paweł Kukiz, Robert Brylewski (Izrael, Brygada Kryzys) und Tomasz Budzyński (Armia).

Tomasz Nuzban (geb. 1975) bezeichnet sich selbst als „uneheliches Kind von Akira Kurosawa und Roman Polański“. Der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann beschäftigt sich mit alternativer Kultur, Kunst und Musik. „For Being Alive – Punk from Wroclaw“ ist sein erster Langspiel-Dokumentarfilm.

quelle polnische kulturtage